Im ganzen war ich erstaunt, zu sehen, wie wenig Aufhebens die unbewußte Seele vom Tode macht. Demnach müsste der Tod etwas verhältnismäßig Belangloses sein, oder unsere Seele kümmert sich nicht darum, was dem Individuum  zufälligerweise zustößt. Um so mehr aber scheint sich das Unbewusste dafür zu interessieren, wie man stirbt, ob die Einstellung des Bewusstseins zum Sterben passt oder nicht.

C.G. Jung

Wenn jener Tag kommt, an dem diese Verbindung des Göttlichen und Menschlichen sich trennt, werde ich diesen Körper da zurücklassen, wo ich in fand; ich selbst werde mich mit den Göttern wieder vereinigen. Auch jetzt bin ich nicht ohne sie, werde aber in einem harten irdischen Kerker festgehalten. Dies kurze sterbliche Dasein ist nur das Vorspiel jenes besseren und längeren Lebens. Wie der Mutterleib uns neun Monate umschließt und zubereitet, nicht für sich, sondern für den Ort, in dem wir bekanntlich ausgestoßen werden, wenn wir fähig sind zu atmen und im Freien zu leben, so reifen wir von diesem Zeitraum, der sich von der Kindheit bis ins Alter erstreckt, zu einer andern Geburt. Jener letzte Tag, vor dem du zurückschreckst, ist der Geburtstag der Ewigkeit.

Seneca

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.

Hesekiel, 34,11