Aus den Gefängnis des dritten Reiches sind die Verse eines Häftlings überliefert:

In den Tiefen, die kein Trost erreicht, lass doch deine Treue mich erreichen. In den Nächten, da der Glaube weicht, lass nicht deine Gnade von mir weichen. Auf dem Weg, den keiner mit mir geht, wenn zum Beten die Gedanken schwinden, wenn die Finsternis mich kalt umweht, wollest du im meiner Not mich finden.  Wenn die Seele wie ein irres Licht flackert zwischen Werden und Vergehen, wenn des Geistes Kraft zu Nichts zerbricht, wollest du an meinem Lager stehen.  Wenn ich deine Hand nicht fassen kann, nimm die meine doch in deine Hände!  Nimm dich meiner Seele gnädig an! Führe mich zum guten Ende!

Justus Delbrück

So tief, wie die Weiden mit all ihren Zweigen zum Wasser sich neigen, sei Demut dein eigen ! So hoch, wie die Firnen; weiß strahlende Stirnen am Himmel sich zeigen, so hoch sollst du steigen ! Dein Denken zu schenken den Blumen und Sternen, führt Gott dich in Fernen: Dein Leben sei Lernen !

Ephides

Geh einfach Gottes Pfad, lass nichts sonst Führer sein, so gehst du recht und grad, und gingst du ganz allein.

Christian Morgenstern