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Gesetz und Gnade laufen wie zwei Fäden durch das Leben eines jeden Menschen.

Wer sie erkennt und ihnen konsequent  folgt, der findet sich in seinem Leben zurecht. Irrtümer, Sackgassen und viele leidvolle Situationen, bleiben ihm erspart. - Nur: Wie erkennt man sie?

Um sie ganz in aller Klarheit zu erkennen, braucht man viel, sehr viel Liebe zu Gott und den Mitmenschen - denn die Liebe öffnet den Blick für die Wahrheit. Ein Stück dieser Erkenntnis, eine Art Starthilfe, soll dieses Kapitel vermitteln.

 "Was der Mensch sät, das wird er ernten" steht im Brief des Apostel Paulus an die Galater 6 Vers 7. Das ist das Gesetz das überall auf dieser Erde gilt, zu allen Zeiten und für alle Menschen . Es gibt keine Ausnahme, denn wir sind vor Gott alle gleich. Seine Gerechtigkeit duldet keine Sonderregelungen. Beispiele gibt es genug. > er anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein< sagt der Volksmund. > wer zum Schwert greift, wird durch`s Schwert umkommen < sagte Jesus zu Petrus, als dieser ihn im Garten Gethsemane  mit dem Schwert verteidigen  wollte > Auge um Auge, Zahn um Zahn < muss der Mensch für alle seine Schuld bezahlen,. Es gilt noch immer und zwar unbeschränkt.

 

Wer immer Gott gegenüber den Mut in sich findet, Seine Gnade anzusprechen ,

der hat sogar dieselbe in ihren wesentlichen Bestandteilen schon empfangen,

denn die Ungnade Gottes besteht gerade hauptsächlich in dem "Gericht der Verstockung",

das dem Frevler ungebrochen und trotzig bis an sein Ende bleiben lässt.

Dante  Alighieri

 

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Niemand hat dieses Gesetz aufgehoben. Auch Jesus nicht.

Er hat es erfüllt und uns allen gezeigt,  w i e  man es erfüllt: Durch die Liebe. In der Bergpredigt (Matthäus 5, ab Vers 21) wie wir zuerst alle unsere Verhältnisse untereinander bereinigen müssen, ehe wir vor Gott treten können (Vers 23,24), und zwar so lange, bis auch der letzte Heller der Schuld bezahlt ist (Vers 26) Wer einen Mitmenschen betrogen hat, der kann Gott solange nicht in die Augen schauen, bis er den Betrug wieder bereinigt hat, und zwar dem - Betrogenen - gegenüber.

Er muss seine Schuld sühnen, es gibt kein Ausweichen oder entkommen. Gott wäre maßlos ungerecht, wenn er dem Betrogenen die Schuld verzeihen würde,  o h n e  eine dazugehörende Sühne,. Es gibt kein Ausweichen oder Entkommen.

Wo soll denn dem Betrogene Gerechtigkeit widerfahren , wenn auch Gott diesen Betrug einfach ignoriert, nachdem ER dem Betrüger verziehen hat? Der Betrogene müsste sich dort in alle Ewigkeit verraten und von Gott im Stich gelassen fühlen. Wie sollte er je selig werden? Der Mensch des erlittenen Unrechts würde immer weiter an ihm fressen, auch wenn er noch so viele und so schöne Trostpflaster über die Wunde geklebt bekommt.

 

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Der Ausgleich  m u s s  also geschaffen werden. Nur soll der Mensch nicht von sich aus versuchen, diesen Ausgleich herzustellen. Woher will er denn wissen, wann das Konto der gegenseitigen Verpflichtungen ausgeglichen ist. Er sieht immer nur das Hin und Her der gegenseitigen Verpflichtungen.

Nur Gott hat den richtigen Maßstab, mit dem alles gemessen werden kann. Wir können das nicht,; wir stecken ja in dem Anderen ja nicht >innen < drin . Gott aber sieht das Innerste an Beiden, Schuldner und Gläubiger, Betrüger und Betrogenen, Heiler und Geheilten. Denn ER IST in ihnen Beiden!

Das Gesetz  m u s s  also erfüllt werden. Gottes Ordnung ist unwandelbar. Und wohl dem,. der es aus eigenem inneren Antrieb zu erfüllen versteht und nicht wartet, bis er   m u s s  , weil es keinen anderen Ausweg mehr für ihn gibt. Genau an dieser Frage entscheiden sich Gericht und Gnade.

Dem Gericht verfällt derjenige, der alle Warnungen und Ermahnungen in den Wind schlägt und der Erfüllung des Gesetzes Jahr für Jahr auszuweichen versucht. Gott verkündet seinen Kontostand zwar noch nicht mit lauter Stimme vom Himmel herunter, aber ER schafft im Leben eines Jeden ganz genau jene Situationen , die bei gutem Willen den Ausgleich ermöglichen.

 

Der Nutzen des Gesetzes ist, dass es den Menschen von seiner Schwachheit überzeugt

und die Arznei der Gnade, welche in Christo ist , zu erflehen antreibt.

Denn wer den Namen Gottes anrufen wird, der wird selig werden.

 

Das Gesetz ist gegeben, damit die Gnade gesucht würde;

Die Gnade ist gegeben, damit das Gesetz erfüllt würde.

Augustinus

 

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Man muss dazu nur hingehen und einem jeden Menschen , der einem über den Weg läuft, mit genau soviel Liebe begegnen, wie man für sich selbst gerne in Anspruch nimmt. Genau das sagt das Gebot Jesu: > Liebe deinen Nächsten wie dich selbst <,  - oder, mit den Worten der Bergpredigt: > Was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! < Mit den Worten des Apostel Paulus aus dem Römerbrief (Kapitel 13,10): > Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung <.

Der Rest ist Gottes Sache !

ER sorgt dafür, dass alles, was man in Liebe tut, an den richtigen Empfänger kommt. ER lenkt das Schicksal eines jeden Einzelnen ganz genau so, dass er immer und immer wieder in Situationen geführt wird, in denen er seine Schulden begleichen kann oder sich sogar ein Guthaben ansammeln. Nur eines, das müssen wir eben selber tun: Wir müssen unseren Nächsten lieben, mit derselben uneigennützigen  und hingebungsvollen Liebe, mit der Gott uns liebt. Das ist und bleibt unerlässlich.

 

Alle Gesetze sind Versuche,

sich den Absichten  der moralischen Weltordnung

im Welt - und Lebenslaufe zu nähern.

 

Es ist besser, es geschehe dir Unrecht, als die Welt sei ohne Gesetz.

Deshalb füge sich jeder dem Gesetze .

Johann Wolfgang von Goethe

 

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Gott fordert dabei nicht Unmögliches von uns . ER ist und bleibt ein  g n ä d i g e r  Gott!

Und worin äußert sich diese Gnade?

Gottes Gnade und Barmherzigkeit begegnet uns in zweierlei Weise - und doch ist Beides sehr eng miteinander verbunden. ER selbst hat allen Menschen klar und deutlich vorgemacht und erklärt,  w i e  sie leben sollen, um aus jenem Teufelskreis herauszukommen, der darin besteht, dass ein Fehler den anderen  und eine Sünde die andere nach sich zieht: Die Liebe bis zum Tod.

ER selbst hat als Mensch unter dem Namen Jesus von Nazareth  auf sich genommen, was ER nicht verdient hatte: Das Los eines fehlerhaften, sündigen Menschen. ER hat als Einziger geerntet, was ER  n i c h t  gesät hatte, weil es anders keine Möglichkeit gab, uns zu zeigen, wie man`s macht: > Liebe deinen Nächsten wie dich selbst < - auch in Verfolgung, Schmach und Tod. Es gibt keine Grenze, an der die Liebe Halt machen müsste.

Damit hat ER uns den Weg gezeigt, den Weg in die Freiheit aus dem ewigen Kreislauf von Schuld und Verstrickung in den engen Maschen des Gesetzes. Auch Gott selbst kann dieses Gesetz nicht aufheben , denn es ist vollkommen, und ist ein Teil Seines Seins .

 

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Aber ER hat uns gezeigt, wie man es überwindet:  D U R C H  L I E B E  !

Und ohne dass man die Würde des eigenen, freien Willen verliert. Das war S E I N E Tat, als ER selbst im Körper des Menschen Jesus von Nazareth über diese Erde ging, und das ist der erste Teil der Gnade und Barmherzigkeit Gottes.

Der zweite Teil der Gnade und Barmherzigkeit Gottes begegnet uns nicht von außen her, als Botschaft  her, als Botschaft oder Überlieferung, sondern von  i n n e n  her. Ein jeder, der versucht, diesem Jesus von Nazareth nachzufolgen und Liebe zu üben an allen Menschen, die ihm begegnen, erlebt etwas unerhört Beglückendes: Was zunächst so aussah, als wäre es ein fortgesetzter Verzicht, eine Entsagung und Selbstkasteiung, ein Sichausliefern  an jene, die einen schamlos ausnützen, das fühlt sich > von innen her < in der Situation des eigenen Erlebens ganz und gar anders an.

Es wird zu einem inneren Jubel , einer Freude und Seligkeit, die für die ganze Welt nichts Vergleichbares mehr anzubieten hat.

 

 Altirischer Segensspruch

 Ich wünsche Dir,

immer einen heiteren Himmel

über allem, was Du gerne tust,

über den Dingen, die Du liebst,

Gottes Segen umgebe Dich ganz.

Sein Licht aus der Höhe durchleuchtet Dich,

und tiefe Zufriedenheit fülle Dich aus -

heute und an jedem Tag, der vorüber geht !

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Es ist genau das, was Paulus in den Satz gekleidet hat > nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus  lebt  < i n  m i r  < - und zwar schon von den Toten auferstandene, von aller Last  und Beschwernis des Erdenlebens freie Christus, dessen Geist, Kraft und Seligkeit nun auch uns von innen her erfüllen möchte und erfüllen kann - wenn wir so leben und handeln , wie ER gelebt und gehandelt hat.

Und  das   i s t   d i  e   G n a d e  und die Barmherzigkeit Gottes !

In dem Augenblick, in dem wir aus eigener Einsicht und eigenem Wollen den Ausgleich suchen, das Gesetz  - durch die Liebe -  erfüllen und unsere alten Sünden vor Gott gereinigt und getilgt wissen, tritt ER in uns in Aktion und nimmt uns die Last dieses Tuns ab. Es wird uns deshalb nicht beschwerlich, sondern beglückend.

Das ist dir Gnade !

Das ist die Frucht des Todes, den ER gestorben ist - für uns, wahrlich für uns !!! Zur Tilgung unserer Sünden. ER tilgt unsere alten Schulden und Sünden, - aber wir müssen ihm dazu Hände und Füße, Zunge und Mund zur Verfügung stellen.

Wer sich IHM ganz ausliefert , erfährt Seine Gnade und Barmherzigkeit.

 

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