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Gefühle sind die Lebensäußerungen der Seele.

Der normale, zivilisierte Mensch ist nicht mehr, oder allenfalls höchst selten in der Lage, Vorgänge in der Daseinsebene seiner Seele umfassend und voll-bewusst wahrzunehmen. Die fünf Sinne der Seele können gerade noch den Dienst der fünf körperlichen Sinnesorgane aufrechterhalten, - und das oft nur knapp. Die vielen und stark wirkenden, von außen kommenden Sinnesreize beanspruchen die gesamte Energie, die der Seele für Wahrnehmungen überhaupt zur Verfügung steht. Nur ein sehr bescheidener Rest ist uns von den Wahrnehmungsfähigkeiten der Seele auf ihrer eigenen Daseinsebene erhalten geblieben: Es sind die Gefühle.

Wer aber seine Gefühle genau beobachtet und richtig zu deuten versteht, kann dennoch eine ganze Menge über seine eigene Seele erfahren, über ihre Welt, über ihre Stärken und Schwächen und über ihre Reife und Unreife. Er kann damit an sich arbeiten. Er kann sein Bewusstsein anheben und erweitern; und schließlich kann er durch Gebet oder Meditation und durch tätige Arbeit den Lebensraum seiner Seele wechseln oder erweitern:

Von der Hölle bist zum Himmel stehen uns alle Türen offen, wir müssen sie nur erkennen und auch benutzen!

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Es ist unglaublich, wie empfindsame Seelen einander verstehen, ohne viel zu reden.

Ein entschlüpftes Wort, eine nachdenkliche Mine, eine undeutliche, zusammenhanglose

Bemerkung, ein halbes Bedauern, eine Andeutung, der Tonfall, der Gang, der Blick,

die Aufmerksamkeit, das Schweigen - all dies entdeckt sie einander.

Denis Diderot

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Ein feines Gefühl lässt sich so wenig lernen, wie ein echtes.

Man hat es - oder man hat es nicht.

Theodor Fontane

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Da aber der Zustand einer Seele nicht nur im körperlichen Leben schicksalsbestimmend ist, sondern viel mehr noch im körperlosen und zeitlosen Dasein, in der sogenannten <Ewigkeit<  darf man sich sehr wohl für sie, - die Seele - interessieren. Ignoranz wäre hier ein deutliches Zeichen von Dummheit und hat üble Folgen.

Worauf hat man zu achten, und was kann man aus den Gefühlen oder über die eigene Seele erfahren?

Wer den Zustand, Reifegrad, die Lebens-sphäre und die Stärken oder Schwächen seiner eigenen Seele erkennen möchte, der beobachte seine Gefühle, und stelle sich bei jeder Gelegenheit folgende Frage: W a s fühle ich? (Freude oder Schmerz, Zu oder Abneigung, Schwere oder Leichtigkeit, Wärme oder Kälte, Enge oder Weite, Frische oder Müdigkeit - wohlbemerkt: Immer seelisch, nicht körperlich).

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Das sind die Starken, die unter Tränen lachen,

eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.

Franz Grillparzer

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Alle Gefühle sind rein, die dir helfen, dich zu sammeln und zu erheben;

unrein ist das Gefühl, das nur eine Seite deines Wesens ergreift

und dich dadurch verzerrt.

Rainer Maria Rilke

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Wann und wo fühle ich so?

Bei welchem Anlass oder welcher Gelegenheit fühle ich etwas? Welcher äußere und innere Umstand löst die Gefühle aus? Wie stark sind diese Gefühle - verglichen mit anderen?

Den Anfänger kostet es sicher eine Mühe, solche Fragen auch nur für die vergangenen drei Stunden einigermaßen vollständig zu beantworten. Er ist es nicht gewöhnt, sich selbst zu beobachten. Er lebt einfach < so drauf los <

Der reifere selbstkritische Mensch versucht, sich auch darüber Rechenschaft zu geben und wendet einige Mühe gerne auf. Der Geübte aber steht - ohne sich irgendwie anstrengen zu müssen, pausenlos < neben sich selbst < , und beobachtet sowohl seine Gefühlsregungen als auch deren Umstände. Oft tut er dasselbe bei seinem Mitmenschen. Er lebt  <mehrschichtig <, seinBewusstsein ist umfassender, und er erlebt in derselben Zeit weit mehr als andere. Für ihn ist das Leben wahrlich hoch interessant.

1) Die Art der Gefühle (das <Was<) kennzeichnet den augenblicklichen Aufenthaltsort  und den inneren Zustand einer jeder Seele. Beispiel: Drei Kinder spielen im Sand. Eines backt Kuchen und singt dazu; seine Seele ist frei und leicht, alle Gefühle sind harmonisch und friedevoll. Das zweite Kind backt ebenfalls Sandkuchen und führt Selbstgespräche. >Du böser, ungeratener Kuchen< -  und >oh was bist du für ein schöner und guter Kuchen, wirst gleich gegessen<. Seine Gefühle und Seelen - Zustände sind abhängig von äußeren Erfolgen und Mißerfolgen.

Das dritte Kind schließlich fühlt sich von den beiden ersten nicht genügend beachtet. Es zertrampelt plötzlich alle Kuchen bei den anderen. Seine Seele ist im Druck, voller Qual und Aggression, alle Gefühle sind disharmonisch.  - Drei Kinder, drei Seelen, - drei Welten!

 

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So erkennt man die Grade der Freiheit und des Lichts , in denen eine Seele lebt:

Freie Seelen im Licht (<Himmel<) fühlen stets Weite , Leichtigkeit und Wärme. Sie <strahlen<. Ihre Gesichtszüge, vor allem die Augen, zeigen Klarheit und Leuchtkraft.

Seelen in der Läuterung - und Reinigungs - sphären ( dem mittelalterlichen <Fegefeuer< ) der Erdatmosphäre fühlen einen steten Wechsel; Heute Heiterkeit, morgen Trübsinn, so wie das Wetter. Sie können strahlen aber auch donnern, sie können schweben, aber auch sehr niedergeschlagen sein. Die Umstände entscheiden.

Seelen in der Tiefe und Finsternis (>Hölle<) fühlen sich immerzu beengt und bedrängt, gehetzt und gejagt, angegriffen oder in die Enge getrieben. Äußerste Anspannung ist das Grundgefühl des Daseins. Aggression schafft Erleichterung(?).

 

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Auf den Geist muss man schauen. Denn was nützt ein schöner Körper,

wenn in ihm nicht eine schöne Seele wohnt!

Euripedes

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Es gibt eine Menge kleiner Unarten und Rücksichtslosigkeiten,

die an und für sich nichts bedeuten,

aber furchtbar sind als Kennzeichen der Beschaffenheit der Seele.

von Ebner Eschenbach

 

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2.Das >Wann und Wo< , die Umstände der Gefühle:

Vorgänge oder Objekte, an denen eine Seele <hängt<, lösen in ihr auch Gefühle aus; andere nicht.

Beispiel: Zwei Männer beobachten ein junges Mädchen am Badestrand. Die Seele des einen ist ganz an den Körper gefesselt; in ihm erwachen sehr starke Gefühle. Die Seele des zweiten schwebt in höheren Regionen; ihn lässt der Anblick nur müde gähnen, - und wird aber sofort munter, wenn das Gespräch auf die Schönheit und den Formenreichtum  einer Barockkirche kommt. Der dritte Mann dieser Freundesrunde meditiert in seiner Sandkuhle. In ihm werden deutliche Glücksgefühle wach, wenn er plötzlich erkennt warum Gott für einen jeden Menschen andere Gedanken denken lässt. Drei Männer, drei Seelen, drei Welten!

So erkennt man die geistige Reife einer Seele.

Unreife noch sehr an den Körper gebundene oder junge Seelen, die dem Tierreich noch recht nahe stehen , entwickeln ihre stärksten Gefühle im Zusammenhang mit körperlichen Vorgängen: Essen, Trinken, Kleidung (Mode! ) Sexualität, und Krankheit. Gedanken können in ihnen noch kaum Gefühle wecken, und ihre höheren Gedanken sind Luxus - für sie.

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Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze,

träumt im Tier, erwacht im Menschen.

Sprichwort

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Die Bande, welche die Traurigkeit zwischen zwei Seelen knüpft,

sind stärker als die Bande der Glückseligkeit.

Und die Liebe, die mit Tränen besiegelt wird, bleibt ewig rein und schön.

Khalil Gibran

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Im Mittelfeld der halbreifen Seelen  fühlt man recht intensiv: Das Wetter, die Musik, Ästhetik in Klängen, Formen und Farben, vor allem aber das Tun der Mitmenschen, - manchmal auch eigene Gedanken.

Geistig, reife und von den Fesseln der Materie freigewordene Seelen entwickeln ihre stärksten Gefühle aus Gedanken; es können eigene Gedanken oder fremde , in Worten empfangene, oder aus Gebärden oder Aura-Kontakten aufgenommene. 

3. Die  I n t e n s i t ä t  der  G e f ü h l e, deren eine Seele mächtig ist, die sie ertragen oder gar beherrschen kann, zeigt die Größe und Kraft dieser Seele. Ein Dichterwort:  <Ihren Lieblingen schenken die Götter beides im Übermaß: Freude und Schmerz, Begeisterung und Verzweiflung.<

Kraftlose, kleine, schwache Seelen versuchen überall auszuweichen , wo seelische Kräfte mobil werden müssen. Sie sind immer lauwarm, mutlos und unentschlossen. Kräftige und große Seelen haben fortgesetzt innere Kämpfe zu bestehen, weil sie sich jeder Situation des Lebens bewusst stellen. Sie sind heiß - oder kalt, aber niemals lauwarm.

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  Je besser wir objektiver werden,

umso stärker haben wir den Eindruck,

es wird immer schlechter.

Pater Zapf

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Die Schwierigkeiten wachsen,

je näher wir dem Ziele sind!

Johann Wolfgang von Goethe

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Einige weitere Bemerkungen und Gedanken über unsere Gefühle, ihre Bedeutung im Leben und in der Entwicklung der Seele.

 

Das Leben der Seele beginnt nicht erst mit dem Tod des menschlichen Körpers. Die Seele lebt und wirkt vom ersten bis zum letzten Herzschlag im Inneren des Wunderwerkes, das wir < unseren menschlichen Körper < nennen.

Zwar wurde durch Sünden aller Art im Lauf von Jahrtausenden von den Menschen an diesem Wunderwerk vieles zerstört, - und so weitervererbt. Gottes Absicht ist das nicht; Er lässt es nur eine Zeitlang zu. Der Körper ist wie ein leichter Mantel, der weder beengt noch beschwert.  Er sollte die noch nicht reife Seele schützen  und ihre Gefühle und Empfindungen dämpfen,  während sie auf dem Boden dieser Erde den starken, sie zur Reife bringenden Einflüssen der Liebe Gottes ausgesetzt sind.

Eine noch unreife Seele empfindet alle äußeren Einwirkungen, die sie zu inneren Veränderungen antreiben, schmerzhaft; auch dann wenn es reine Liebe ist, die auf sie einwirkt.Um diese Schmerzen zu dämpfen, ist die Seele für die Dauer ihres irdischen Lebens mit dem Körper umhüllt. Er dämpft die Wahrnehmungen und Empfindungen der Seele auf etwa  ein Tausendstel herunter. ( Das infolge Mißbrauch und tausenderlei Sünden nun schon beinahe so viel Schmerzen bereiten kann, wie er vermeiden sollte, ist eine andere Geschichte).

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Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden,

wenn wir sie an anderen erblicken.

J.W. von Goethe

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Alles, was gegen das Gewissen geschieht,

ist Sünde.

Thoman von Aquin

 

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Mit zunehmender Reife sollte der Körper dann immer transparenter; durchlässiger für sie werden, weil sie dieses < schmerzdämpfende Mittel< dann immer weniger braucht, und zuletzt die Liebe Gottes sogar pur genießen kann.

Kurzum: Die Seele durchlebt schon während ihres körperlichen Daseins auf den Boden dieser Erde alle jene Zustände und Daseinsarten, die man früher mit den Begriffen > Himmel, Hölle und Fegefeuer< bezeichnet hat. Sie ist sich dessen aber meist nicht bewusst. Erst nach dem Tod des Körpers, <entdeckt< die Mehrzahl der Seelen, den eigenen unbefriedigten Zustand. Die alte Redewendung < nach dem Tod kommt man in den Himmel oder in die Hölle< stimmt also nicht so ganz; man ist schon lange vorher drin, nur merkt man es eben kaum.

Wer es aber merken will, der braucht nur auf seine Gefühle zu achten.

Wer das Leben seiner Seele, den eigenen <inneren Zustand< verbessern will, braucht weiter nichts zu tun, als die beiden kurzgefassten Gebote Gottes durch Wort und Tat in seinem Leben zu verwirklichen. Jesus hat sie allen Mitmenschen verkündet, erklärt und vorgelebt. Sie lauten:

Liebe Gott deinen Vater im Himmel, mehr als alles andere

und liebe deine Mitmenschen, wie dich selbst.

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Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen,

dass wir Gottes Kinder heißen sollen  - und wir sind es auch !

Darum erkennt uns die Welt nicht; denn sie hat Ihn nicht erkannt.

1 Johannes 3-1

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Gewiss, das kostet einige Selbstüberwindung.

Aber die innere Welt, das Bewusstsein des Menschen, lässt sich  n u r  durch reale Erlebnisse durch eigenes Tun und Lassen ( auch < sagen oder verschweigen < sind Taten in diesem Sinne) verändern. Es gibt kein anderes Mittel, - kein irdisches, und kein himmlisches ! Alle äußeren Umstände, die einem Menschen auf dieser Erde begegnen, sind nur Prüfungen und Lehrstoff. Sie haben an sich noch keinerlei Einfluß auf den Zustand einer Seele.

Erst wenn man diese fortgesetzten, schicksalhaften Fragen, die der Lebensalltag stellt, mit eigenen Taten beantwortet, schafft man sein Bewusstsein und den Lebensbereich der eigenen Seele, ihre Reife und ihre Kraft. Alles Beklagen, Bejammern, Kritisieren, oder gar wütende Beschimpfungen und Verdammen der <schlechten Umstände<, der Voraussetzungen oder Provokationen führt die eigene Sache weiter abwärts, - aber niemals hinauf!

Was uns hilft, ist allein ein beherztest Zupacken und ein konsequentes Handeln nach den Geboten Gottes.

Sie sind den Menschen nicht als >himmlische< Schikane gegeben, und noch viel weniger als  Grundlage einer göttlichen Verurteilung oder Verdammnis, sondern einzig und allein als Hilfe zur Bewältigung der sehr sinnvollen Lebensaufgabe des Menschen. Die <schlechten Umstände< sind nicht schlechter , als sie ein jeder Einzelne gerade braucht, nämlich als notwendigen Anreiz zur freiwilligen und bewussten Arbeit an der Läuterung der eigenen Seele. Je dumpfer und bewusstloser eine Seele geworden ist, desto schmerzhafter und stärker müssen diese Reize natürlich sein.

 

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Wenn die  G e f ü h l e  auf den Tiefpunkt angelangt sind, sucht und schreit die Seele um Hilfe. Sie klammert sich an jeden Strohhalm der Hoffnung. Sollte der Mensch einmal einem anderen aus schwieriger Lage herausgeholfen haben, dann naht jetzt die Stunde, in der er die Früchte dieser guten Tat ernten kann: Auch ihm wird herausgeholfen aus seiner Hölle. Seine Aura hält einen hilfsbereiten Menschen wie magnetisch fest, und jener  f ü h l t plötzlich:<  Hier muss ich helfen!< !

Nebenbei: Wie kommt man zu dem sicheren Gefühl <hier muss ich helfen?< Die Antwort: Durch Gebet. Es macht die eigene Aura sensibel für den inneren Hilfeschrei  eines Leidenden. (Nicht das Gebet um einen Lottogewinn natürlich, sondern das Gebet um Vermehrung der eigenen Hilfsbereitschaft. So genau und so wörtlich nimmt Gott unsere Bitten!)

Alle Schuld muss bis auf den letzten Heller bezahlt. jede Herabwürdigung und Verletzung einer anderen Seele muss gesühnt  und jeder Lustgewinn muss durch reuevolle Buße und Entsagung ausgeglichen werden - früher oder später - aber ohne Ausnahme. So streng sind die Ordnungen und Gesetze Gottes, - und so gerecht!

 

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