Das Heilige

Denn es gibt Zeiten, da hören wir der unsichtbaren Füße schreiten und fühlen ihre Hände, die uns liebend leiten, und sind geborgen und voll Zuversicht.

Die Sorgen mögen gehen oder kommen, ob uns geschenkt wird oder nur genommen, an unsere letzte Tiefe rührt das nicht. Die stehen nur im ewig jungen Hoffen den Stimmen jener Unsichtbaren offen, durch die der Herr uns seinen Segen spricht.

Das sind die Zeiten, da wir dem Zwange dieser Erde sacht entgleiten und eingehn in die Freiheit ungemessner Weiten und aufgehn in dem schattenlosen Licht.

Ephides

 Wenn die Rosen um deine Stirn, Mensch, nicht Blutstropfen sind, wirst du nicht wissen, warum du lebst, bleibst ewig ein Kind Mensch.

Christian Morgenstern