Frei vom Netz der Zeit

 

Ohne Meditation gibt es keine Selbsterkenntnis, und ohne Selbsterkenntnis gibt es keine Meditation.

 

Sie müssen also anfangen zu erkennen, was Sie sind. Sie können nicht weit gehen, ohne in der Nähe zu beginnen, ohne die alltäglichen Abläufe Ihres Denkens, Fühlens und Handelns zu verstehen. Mit anderen Worten, das Denken muss seine eigenen Abläufe verstehen, und wenn Sie sich selbst in Aktion sehen, werden Sie beobachten, dass sich das Denken vom Bekannten zum Bekannten bewegt.

 

Sie können nicht über das Unbekannte nachdenken. Das, was Sie kennen, ist nicht real, denn es spielt sich nur innerhalb der Zeit ab. Frei vom Netz der Zeit zu sein ist das, worauf es ankommt, und nicht über das Unbekannte nachzudenken, denn darüber können Sie nicht nachdenken. Die Antworten auf Ihre Gebete kommen aus dem Bekannten.

 

Um offen für das Unbekannte zu sein und es empfangen zu können, muss der Geist selbst zum Unbekannten werden. Der menschliche Geist ist das Produkt des Denkens, das Produkt der Zeit, und dieser Denkprozess muss enden.

 

 

Der Geist kann nicht über das nachdenken, was ewig ist, was zeitlos ist, und deshalb muss er frei von der Zeit sein, die vom Geist erzeugte psychische Zeit muss aufgelöst werden. Nur wenn der Geist frei von Gestern ist und daher die Gegenwart nicht als Brücke zur Zukunft benutzt, ist er offen für das Ewige... ( leben im Hier und Jetzt )

 

Deshalb geht es uns bei der Meditaion darum, uns selber zu erkennen, nicht nur oberflächlich, sondern den gesamten Inhalt des inneren, verborgenen Bewusstsein kennen zu lernen. Ohne all das zu kennen und frei von seiner Konditionierung zu sein, können Sie unmöglich über die Grenzen des Geistes hinausgehen. Deshalb muss der Denkprozess aufhören, und damit er aufhört, muss man sich selbst kennen, und seine Gedanken beobachten. Daher ist Meditation der Beginn von Weisheit, die nichts anderes ist als das Vestehen des eigenen Geistes und Herzens.

 

 

Worauf es ankommt, ist, dass man sich des Denken bewusst ist und nicht versucht, den inneren Widerspruch aufzulösen und eine Vereinigung zwischen Denken und dem Denkenden zu erreichen. Der Denkende ist jene innere Wesenheit, die Erfahrungen als Wissen angesammelt hat.

 

In der Meditation  kann es keinen Denkenden geben, und das bedeutet, dass das Denken enden muss - das Denken, das vom Verlangen nach einem Ergebnis angetrieben wird. Meditation hat nichts mit dem Erreichen von Ergebnissen zu tun. Es geht nicht darum auf eine bestimmte Weise zu atmen oder auf die eigenen Nasenspitze zu starren, oder um den übrigen unreifen Unsinn.

Meditation ist nicht vom normalen Leben zu trennen. Wenn sie ein Auto steuern oder in einem Bus sitzen, wenn Sie ohne bestimmte Absicht plaudern, wenn Sie allein im Wald sparzieren gehen oder einen Schmetterling beobachten, den der Wind vor sich hertreibt - sich ohne auszuwählen, all dessen bewusst zu sein, ist Teil der Meditation.

  

 

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