Martin Luther über das Gebet

 

Die Freude des Menschenherzens kommt nicht von Werken noch irgendwelchen anderen Dingen, sondern allein von einer rechten Hoffnung.

 

Gott will, dass wir fröhlich sind und hasst die Traurigkeit. Wenn er nämlich gewollt hätte, dass wir traurig seien, hätte er uns nicht die Sonne und den Mond und die anderen Schätze der Erde geschenkt. Dies alles gibt er uns zur Freude, sonst hätte er Finsternis geschaffen und nicht zugelassen, dass die Sonne immer wieder aufgeht oder das der Sommer (immer) wieder kommt.

 

Menschen klagen und fragen, zweifeln und vertrauen, jubeln und danken. Sie erzählen uns von Gottes rettenden Taten und verstummen bei seinen unbegreiflichen Wegen.

 

Summa: Willst du die heilige christliche Kirche gemalet sehen mit lebendiger Farbe und Gestalt, in einem kleinen Bilde gefasset, so nimm den Psalter vor dich,  so hast du einen feinen, hellen, reinen Spiegel, der dir zeigen wird, was die Christenheit sei. Ja, du wirst auch dich selbst drinnen und das rechte "Erkenne dich selbst" finden, dazu Gott selbst und alle Kreaturen.

 

 

Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden,

nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden,

nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.

Wir sind`s noch nicht, wir werden`aber.

Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang.

Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.

Es glüht und glänzt noch nicht alles,

es reinigt sich aber alles.

 

 

Trennlinie

 

Gedanken sind zollfrei. Sie werden ebenso wenig bestraft wie Gefühle -

nach bürgerlichem Recht, versteht sich. Allein Gott ist ihr Richter.

Was das Gebet an Kraft, Fülle und Wirksamkeit an sich habe,

können wir, fürchte ich, nicht genug herausstreichen.

Denn so schlicht und einfach es klingt, so tief,

so reich und so weit ist es,

und niemand kann es ergründen.

 

Vater unser im Himmelreich,

der du uns alle heißest gleich

Brüder sein und dich rufen an

und willst das Beten von uns han:

gib, das nicht bet allein der Mund,

hilf, dass es geh von Herzensgrund.

 

 

Wo Gott nicht segnet, da hilft keine Arbeit.

Wo er nicht behütet, da hilft keine Sorge

 

Wenn Gott dich nicht erhöhren wollte,

würde er dich nicht beten heissen.

 

Wie ein Schuster einen Schuh macht

und ein Schneider einen Rock,

also soll ein Christ beten.

Eines Christen Handwerk ist Beten.

 

Ich habe heute viel zu tun,

darum muss ich heute viel beten.

 

Das wahre und eigentlich Ziel des Predigers Salomo:

Lass es gehen wie es geht,

weil es gehen will, wie es geht.

 

 

Siehe, Herr, ich bin ein leeres Gefäß, das bedarf sehr, dass man es fülle.

Mein Herr, fülle es.

 

Ich bin schwach im Glauben, stärke mich. Ich bin kalt in der Liebe, wärme mich und mache mich heiß, dass Deine Liebe herausfließe auf meinen Nächsten. Ich habe keinen festen, starken Glauben und zweifle zuzeiten und kann dir nicht völlig vertrauen. Ach Herr, hilf mir, mehre mir den Glauben und das Vertrauen. Alles, was ich habe, ist in Dir beschlossen. Ich bin arm, Du bist reich und bist gekommen, dich der Armen zu erbarmen. Ich bin ein Sünder, Du bist gerecht. Hier bei mir ist die Krankheit der Sünde, in dir aber ist die Fülle der Gerechtigkeit. Darum bleibe ich bei Dir, Dir muss ich nicht geben; von Dir kann ich nehmen. Herr Jesus Christus, ich habe einen so großen Schatz empfangen, der bleibt da bei mir liegen und ruhen, das klage ich Dir. Hast Du mir den Schatz gegeben und geschenkt, so gib auch, dass er Frucht in mir bringe, mein Wesen ändere und sich auswirke gegenüber meinen Nächsten.

Herr, ich bin ein fauler Esel, darum komme ich, dass Du mir hilfst und mein Herz entzündest.

 

 

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