Gebete von Dietrich Bonhoeffer

Das rechte Gebet ist nicht ein Werk, eine Übung, eine fromme Haltung, sondern es ist die Bitte des Kindes zum Herzen des Vaters. Darum ist das Gebet niemals demonstrativ, weder vor Gott, noch vor uns selbst, noch vor anderen. Das Gebet kann niemals eine Beschwörung Gottes sein, wir brauchen uns vor ihm nicht mehr darzustellen. Wir dürfen wissen, dass er weiß, was wir bedürfen, ehe wir darum bitten.

 

Die ersten Augenblicke des neuen Tages

gehören nicht eigenen Plänen und Sorgen,

auch nicht der Übereifer der Arbeit,

sondern Gottes befreiende Gnade,

Gottes segnende Nähe.

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Wir schweigen am frühen Morgen des Tages,

weil Gott das erste Wort haben soll.

Und wir schweigen vor dem Schlafengehen,

weil Gott auch das letzte Wort gehört.

 

Schweigen heißt nicht stumm sein,

wie Wort nicht Gerede heißt.

Stummsein schafft nicht Einsamkeit

und Gerede schafft nicht Gemeinschaft. 

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Jeder Morgen ist ein neuer Anfang unseres Lebens.

Jeder Tag ein abgeschlossenes Ganzes.

Der heutige Tag ist die Grenze unseres Sorgens und Mühens.

Er ist lang genug, um Gott zu finden oder zu verlieren,

um Glauben zu halten.

Darum schuf Gott Tag und Nacht, damit wir nicht im

Grenzenlosen wanderten, sondern am Morgen schon

das Ziel des Abends vor uns sähen.

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 Vater im Himmel,

Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht,

Lob und Dank sei dir für den neuen Tag.

Lob und Dank sei dir für alle deine Güte und Treue

in meinem vergangenem Leben. Du hast mir viel Gutes erwiesen,

lass mich nun auch das Schwere aus deiner Hand hinnehmen.

Du wirst mir nicht mehr auflegen als ich tragen kann.

Lass deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.

 

Herr, was dieser Tag auch bringt -  dein Name sei gelobt.

Amen

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Unser Christsein

wird heute nur in zweierlei bestehen:

im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen.

Alles Denken, Reden und Organisieren

in den Dingen des Christentums muss neu geboren werden

aus diesem Beten und diesem Tun.

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Ein Mensch, der betet,

kann keine Angst mehr haben

und nicht mehr traurig sein.

Im Gebet ist Christus,

ist Gott uns nahe.

 

 

Gott Heiliger Geist, schenke mir Menschen,

mit denen ich im Glauben und Gebet Gemeinschaft habe,

mit denen ich alles teilen kann, was mir auferlegt ist.

Dreieiniger Gott, mache mein Herz fest und gründe es allein auf dich

und auf deine Hilfe. Dann ist mir geholfen und ich will dir danken.

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Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.

Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will. wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht in voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf  Ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergebens sind,

und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete

und verantwortlichen Taten wartet und antwortet.

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Nur aus Frieden zwischen zweien und dreien

kann der große Friede einmal erwachsen,

auf den wir hoffen.

 

 Der Mensch lebt notwendig in einer Begegnung

mit anderen Menschen und ihm wird mit dieser

Begegnung eine Verantwortung für den anderen Menschen auferlegt.

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Von stillen Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

 

Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unseren aufgeschreckten Seelen, das Heil für das du uns geschaffen hast.

 

Und reichst du uns den schweren Kelch den bitteren, des Leids, gefüllt bis an den höchsten

Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.

 

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken, an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

dann woll`n wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.

 

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen die du in unsre Dunkelheit gebracht,

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen ! Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

 

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass es hören jenen vollen Klang,

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

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Herr, mein Gott,

großes Elend ist über mich gekommen.

Meine Sorgen wollen mich ersticken

ich weiß nicht ein noch aus.

 

Gott, sei gnädig und hilf,

gib mir Kraft zu tragen, was du schickst,

lass die Furcht nicht über mich herrschen.

Sorge du väterlich für die Meinen,

besonders für Frau und Kinder,

schütze sie mit deiner starken Hand

vor allem Übel und vor aller Gefahr.

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Barmherziger Gott

vergib mir alles, was ich an dir

und an Menschen gesündigt habe.

Ich traue deiner Gnade

und gebe mein Leben ganz in deine Hand.

mache du mit mir,

wie es dir gefällt und wie es gut für mich ist.

 

Ob ich lebe oder sterbe,

ich bin bei dir und du bist bei mir, mein Gott.

Herr, ich warte auf Dein Reich und Dein Heil.

Amen

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Gott liebt den Menschen, Gott liebt die Welt.

Nicht einen Idealmenschen, sondern den Menschen wie er ist.

Nicht eine Idealwelt, sondern die wirkliche Welt.

 

 Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche,

aber alle seine Verheißungen.

 

 Wir müssen bereit werden

uns von Gott unterbrechen zu lassen.

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Lass uns einander versprechen, treu in der Fürbitte füreinander zu bleiben.

Ich werde für dich um Kraft, Gesundheit, Geduld und Bewahrung vor Konflikten

und Versuchung bitten. Bitte du für uns um das gleiche. Und wenn es beschlossen

sein sollte, dass wir uns nicht wiedersehen,  dann lass uns bis zuletzt in Dankbarkeit

und Vergebung aneinander denken, und Gott möge uns schenken, dass wir einst

füreinander bittend und miteinander lobend und dankend vor seinen Thron stehen.

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Segen

 Guter Gott, segne meine Hände, dass sie behutsam sind,

dass sie halten können ohne zur Fessel zu werden,

dass sie geben können ohne Berechnung,

dass ihnen innewohnt die Kraft zu trösten und zu segnen.

 

Gott, segne meine Augen, dass sie die Bedürftigkeit wahrnehmen,

dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,

dass sie hindurch schauen durch das Vordergründige,

dass andere sich wohlfühlen können unter meinem Blick.

 

Gott, segne meine Ohren, dass sie deine Stimme hören,

dass sie hellhörig sind für die Stimmen der Not,

dass sie sich verschließen für den Lärm und das Geschwätz,

dass sie das Unbequeme nicht überhören.

So segne uns der allmächtige und barmherzige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

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 Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort

auf alle unsere Fragen ist,

und dass wir nur anhaltend

demütig zu fragen brauchen

um die Antwort zu bekommen.

 

 Ob ich lebe oder sterbe.

ich bin bei dir mein Gott.

Herr ich warte auf dein Heil

und auf dein Reich.

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Stationen auf dem Wege zur Freiheit

 1. Zucht

Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem

Zucht der Sinne und deiner Seele, dass die Begierden

und deine Glieder dich nicht  bald hierhin, bald dorthin führen

Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen

und gehorsam das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist.

Niemand  erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei denn durch Zucht.

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2. Tat

 Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen,

nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen,

nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit.

Tritt aus ängstlichem Zögern heraus in den Sturm des Geschehens,

nur von Gottes Gebot und deinen Glauben getragen,

und die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen.

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3. Leiden

 Wunderbare Verwandlung. Die starken, tätigen Hände

sind dir gebunden. Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende

deiner Tat. Doch atmest du auf und legst das Rechte

still und getrost in stärkere Hände und gibst dich zufrieden.

Nur einen Augenblick berührst du selig die Freiheit,

dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.

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4. Tod

Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit,

Tod leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern

unsres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele,

dass wir endlich erblicken, was hier uns zu sehen mißgönnt ist.

Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden.

Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.

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Wunderbare Verwandlung.

Die starken, tätigen Hände sind dir gebunden.

Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende deiner Tat.

Doch atmest du auf und legst das Rechte

Still und getrost in stärkere Hände und gibst dich zufrieden.

Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,

Dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.

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Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern,

immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.

 

 

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.

Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.

 

 

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist,

immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.

 

 

Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe,

muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt.

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Wenn es Gott gefällt, uns ein überwältigendes irdisches

Glück genießen zu lassen, dann soll man nicht frömmer sein als Gott,

und dieses Glück durch übermütige Gedanken, und Herausforderungen

und durch eine wild gewordene religiöse Phantasie, die an dem,

was Gott gibt, nie genug haben kann, dieses Glück wurmstichig werden lassen.

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Da Zeit das kostbarste, weil unwiederbringliches Gut ist,

über das wir verfügen, beunruhigt uns bei jedem Rückblick

der Gedanke etwa verlorener Zeit.

Verloren wäre die Zeit, in der wir nicht als Menschen gelebt,

Erfahrungen gemacht, gelernt, geschaffen,

genossen und  gelitten hätten.

 

 Die Befreiung liegt im Leiden darin,

dass man seine Sache ganz aus den eigenen Händen geben

und in die Hände Gottes geben darf.

In diesem Sinne ist der Tod die Krönung der menschlichen Freiheit.

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Es gibt nichts,

was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann

und man soll das auch gar nicht versuchen;

man muss es einfach aushalten,

denn, indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,

bleibt man durch sie miteinander verbunden.

 

Ich kann trotzdem sagen,

dass ich nicht in einer anderen Zeit leben wollte als in der unseren,

auch wenn sie über unser äußeres Glück hinwegschreitet.

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Es muss etwas von dem berechtigten Stolz der Erdenkinder,

ihres eigenen Glückes Schmied sein zu dürfen,

in dem Glück eines Brautpaares liegen.

 

 Gewiss ist,

dass im Leiden unsere Freude,

im Sterben unser Leben verborgen ist.

 

 Gott wird nicht nach Orden

Medallien oder Titel sehen,

sondern auf Narben.

 

 

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,

die Du in unsere Dunkelheit gebracht;

führ`, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

 

 Wir müssen lernen, den Menschen weniger auf das,

was er tut oder lässt,

als auf das, was er leidet anzusehen.

 

 Noch will das Alte unsere Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen,

das Heil für das du uns bereitet hast.

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Wenn man völlig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen,

- es sei einen Heiligen,  oder einen bekehrten Sünder oder einen Kirchenmann ... ,

einen Gerechten, oder einen Ungerechten, einen Kranken oder einen Gesunden ...,

dann wirft man sich Gott ganz in Seine Arme.

 

 Ich bin allein. Da ist keiner, dem ich mein Herz ausschütten kann.

So tue ich es vor mir selbst und vor Gott, zu dem ich schreie.

Es ist gut, sein Herz auszuschütten in der Einsamkeit und den Kummer nicht in sich hineinzufressen.

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 Ich muss die Gewissheit haben

in Gottes Hand

und nicht in

Menschenhände zu sein !

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HERR, mein Gott, sei mir ein fester Grund,

auf den ich in dieser und jener Zeit bauen kann.

 

 

Erkenntnis eines unbekannten deutschen Soldaten in Stalingrad

 

Erscheinen meines Gottes Wege mir seltsam, rätselhaft und schwer;

und gehn die Wünsche, die ich hege, still unter in der Sorgen Meer;

will trüb; und schwer der Tag verrinnen, der mir nur Sorg und Leid gebracht,

dann darf ich mich auf eins besinnen, dass Gott nie einen Fehler macht.

 

Wenn unter ungelösten Fragen mein Herz verzweiflungsvoll erbebt,

an Gottes Liebe will verzagen, weil sich der Unverstand erhebt,

dann darf ich all mein müdes Sehnen, in Gottes Rechte legen sacht

und sprechen unter vielen Tränen: dass Gott nie einen Fehler macht.

 

Drum still, mein Herz, und lass vergehen, was irdisch und vergänglich heißt.

Im Lichte droben wirst du sehen, dass gut die Wege, die ER weist.

Und solltest du dein Liebstes missen, ja geht`s durch finstere kalte Nacht,

halt fest an deinem selg`gen Wissen, dass Gott nie einen Fehler macht.

 

Dieser Text wurde 1946 in Stalingrad bei Aufräumarbeiten in verschütteten Keller gefunden. Er befand sich in der Brieftasche eines toten deutschen Soldaten, der ihn wohl selbst geschrieben hatte. Ein bei den Arbeitern eingesetzter Kriegsgefangener nahm das Blatt an sich und brachte es 1953 mit nach Deutschland.

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Es gibt menschliche Grundwahrheiten,

zu denen das Leben früher oder später wieder zurückkehrt.

Darum dürfen wir keine Eile haben, wir müssen warten können.

Gott sucht wieder auf, was vergangen ( ... )

 

Wir beten um die großen Dinge, vergessen die täglichen kleinen

( und doch wahrhaftig nicht kleinen) Gaben zu danken.

Wie aber kann Gott dem Großes anvertrauen,

der das Geringe nicht dankbar aus seiner Hand nehmen will.

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GOTT, zu dir rufe ich!

Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir;

Ich kann es nicht allein, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht;

Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht;

Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe;

Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede;

In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld.

Ich verstehe deine Wege nicht,

aber du weißt den Weg für mich.

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Aus den Gefängnissen des Dritten Reiches sind die Verse eines Häftlings überliefert

In den Tiefen, die kein Trost erreicht,

lass doch deine Treue mich erreichen.

In den Nächten, da der Glaube weicht,

lass nicht deine Gnade von mir weichen.

 

Auf dem Weg, den keiner mit mir geht,

wenn zum Beten die Gedanken schwinden,

wenn die Finsternis mich kalt umweht,

wollest du in meiner Not mich finden.

 

Wenn ich Deine Hand nicht fassen kann,

nimm die meine doch in deine Hände !

Nimm dich meiner Seele gnädig an !

Führe mich zu einem guten Ende

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