Gebet von Dag Hammarsjköld

Quelle unbekannt

 

Du, der Du über uns bist, Du, der Du einer von uns bist.

Du, der ist - auch in uns: dass alle Dich sehen -  auch in mir,

dass ich den Weg bereite für Dich.

Dass ich danke, für alles was mir widerfuhr,

dass ich dabei nicht vergesse der anderen Not.

Behalte mich in deiner Liebe, so wie Du willst,

dass andere bleiben in der meinen.

Möchte sich alles in meinem Wesen zu Deiner Ehre wenden,

und möchte ich nie verzweifeln,

denn ich bin in Deiner Hand.

Und alle Kraft und Güte sind in Dir !

 

 

Erbarme Dich unser. Erbarme Dich unseres Strebens.,

dass wir vor Dir, in Liebe und Glauben,

Gerechtigkeit und Demut Dir folgen mögen.

In Selbstzucht und Treue,

und Mut, und in der Stille Dir begegnen.

 

Gib uns  reinen Geist, damit wir Dich sehen,  demütigen Geist, damit wir Dich hören.

liebenden Geist, damit wir Dir dienen, einen gläubigen Geist, damit wir Dich leben.

Du, den ich nicht kenne, dem ich doch zugehöre.

Du, den ich nicht verstehe, der dennoch mich weihte, meinem Geschick.

Du !

 

Ich sitze hier vor Dir, Herr, aufrecht und entspannt  mit geradem Rückgrat.

Ich lasse mein Gewicht senkrecht durch meinen Körper hinuntersinken,

auf den Boden, auf den ich sitze.

Ich halte meinen Geist fest in meinem Körper.

Ich widerstehe dem Drang, aus dem Fenster zu entweichen,

um der Gegenwart zu entkommen.

Sanft und fest halte ich meinen Geist dort, wo mein Körper ist:  hier in diesem Raum.

 

 

In diesem gegenwärtigen Augenblick, lasse ich alle meine Sorgen, Pläne und Ängste los.

Ich lege sie jetzt in Deine Hände, Herr. Ich lockere den Griff, mit dem ich sie halte, und lasse sie Dir.

Für den Augenblick überlasse ich sie Dir ganz. Ich warte auf Dich - erwartungsvoll.

Du kommst auf mich zu und ich lasse mich von Dir tragen. Ich beginne die Reise nach innen.

Ich reise in mich hinein, zum innersten Kern meines Seins, wo Du wohnst.

An diesem tiefsten Punkt meines Wesens bist Du immer schon vor mir da,

Schaffst und belebst, stärkst ohne Unterlass meine ganze Person.

 

Und nun öffne ich meine Augen, um Dich in der Welt der Dinge und Menschen zu schauen.

Ich nehme die Verantwortung für die Zukunft wieder auf mich.

Ich nehme meine Pläne, meine Sorgen, meine Ängste wieder auf.

Ich ergreife aufs Neue den Pflug. Aber nun weiß ich, dass Deine Hand über der meinen liegt,

und sie mit der meinen ergreifst. Mit neuer Kraft trete ich die Reise nach außen wieder an.

Nicht mehr allein, sondern mit meinem Schöpfer zusammen.

 

 

Dag Hammarskjöld war von 1953 bis 1963  Un - Generalsekretär.   Er war es, der im Uno - Gebäude den Meditationsraum eingeführt hat, und so den Menschen die Möglichkeit gab, sich immer wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Er wollte der Welt dienen und sie unter den spirituellen Grundsätzen der Menschheitsethik vereinen. Dieser Traum kostete ihn das Leben.

 

"Demut heißt sich nicht vergleichen

In seiner Wirklichkeit ruhend ist das Ich

weder besser noch schlechter,

weder größer noch kleiner

als anderes oder andere.

Es ist - nichts ,

aber gleichzeitig eins mit  A l l e m. "