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 Die  Macht  des  wahren  Betens

   Angelus Silesius

Liebe, die Du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die Du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht:

Liebe Dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die Du mich erkoren, eh als ich geschaffen war,

Liebe, die Du mich geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, Dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit. Liebe, die mir hat erstritten ewige Lust und Seligkeit:

Liebe, Dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn;

Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin: Liebe, Dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich.

Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken

mit dem Leib der Herrlichkeit: Liebe Dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Amen

 

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 H. K.   I r a n s c h ä h r

Auf dem Wege zum Dienst an der Menschheit bildet das wahre Beten ein wichtiges Mittel, eine wirksame Waffe des Lichtes, denn es bringt die schöpferische Macht der Seele und des Geistes zur Offenbarung.

Durch richtiges Beten können Wirkungen hervorgebracht werden, die man gewöhnlich Wunder nennt. Solche geschahen sehr oft, bei allen Völkern und zu allen Zeiten; sie geschehen auch heute.

Diese durch Gebete erwirkten Wunder sind aber keine naturwidrigen oder übernatürlichen Ereignisse, sondern ganz naturgemäße Geschehnisse, deren Gesetze nur vielen Menschen unbekannt sind.

 

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Beten im eigentlichen Sinne bedeutet, durch Gedanken oder Worte seine Verehrung oder seinen Wunsch einem höheren Wesen gegenüber zum Ausdruck bringen und die Erfüllung dieses Wunsches von Ihm erhoffen und erwarten. Das Gebet ist also, dass Vollbringen dieser Handlung.

Im tieferen Sinne ist wahres Beten das Anregen und Anwenden der Seelenkräfte des Fühlens, und Wollens, des Denkens und des Glaubens zum Vollbringen einer heilvollen Tat. Es bildet ein Erziehungsmittel und eine Hilfe für das seelisch - geistige Wachstum des Menschen. Das Beten entspricht einem natürlichen Bedürfnis der Seele, ist eine seelisch - geistige Nahrung.

Um das Wesen des Gebetes klar zu machen, müssen wir uns die verschiedenen Arten der Gebete vor Augen führen.

Man kann die Gebete, entsprechend ihrem Inhalt, in folgende Gruppen einteilen: 1. Dankgebete, 2. Klage und Bußgebete. 3. zu Lobpreisung, Verehrung, Anerkennung der Macht, der Güte, der Liebe, der Weisheit und anderen Eigenschaften und Wunderwerke Gottes. 4. Bittgebete, worin man Vergebung, Schutz, Rettung, Heilung und Zuteilung von materiellen oder geistigen Gütern in dieser Welt oder im Jenseits erfleht. 5. Gebete der Zwiesprache mit Gott, in denen man ihn als Vater, Führer, Freund oder Herrscher usw. betrachtet und anredet.

 

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 Bedingungen  des  wahren  Betens

Allumfassende Liebe, glühende Inbrunst und freudige Hingabe

sind Hauptmerkmale des wahren Betens.

 

Frei sein von Egoismus und Eigennutz

Der Betende darf nicht an seine eigenen Interessen allein denken und nach persönlichen Vorteilen suchen. Er darf nicht herzlos und gewissenlos denken und handeln. Er darf sicher für die Beseitigung seiner eigenen Schwierigkeiten und Leiden beten, aber nicht auf Kosten anderer Menschen. Ein Bitten um Glück und Erfolg, welches zugleich vielen anderen Unglück und Leid bringt, ist kein wahres Gebet.

Man darf für sich beten und bitten, aber mit der reinen Absicht, stark und fähig zu werden, um den andern zu helfen. Was man durch sein Gebet erwirbt und empfängt, soll man als bescheidene Gabe auf den Altar der Menschheit legen.

 

Rufe also voll Mitgefühl aus:

Mögen alle Leidenden geheilt werden

Friede sei mit allen Wesen

Heil und Segen allen Wesen !

 

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 Angelus  Silesius

Erleuchte mich ganz inniglich, dass ich in deinem Lichte

noch diesen Tag beschauen mag dein liebstes Angesichte.

 

Ich wünsche nichts als dich zu seh`n, hab auch sonst kein Verlangen.

Ach, ach, wann wird es doch gescheh`n , Dass ich dich werd umfangen!

Du bist das Licht, das mein Gesicht alleine kann berücken.

Du bist der Strahl, der allzumal mein Herze kann erquicken.

 

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Ernst  Wiechert

Für jeden von uns, wird die Zeit kommen, in der es ihm in die herbstlichen Jahre

sehnlich herüberweht und mahnend und herb und süß ans alternde Herz rührt.

Dann wird es gut sein, wenig vergessen zu haben und des Kinderglaubens gewiss zu sein.

 

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 Die christlichen Mystiker haben zu allen Zeiten von < der dunklen Nacht <der Seele gesprochen.

So sagt Dag Hammarskjöld:

"Glaube ist Gottes Vereinigung mit der Seele in einer dunklen Nacht

des Glaubens Nacht - so dunkel,

dass wir nicht einmal den Glauben suchen dürfen.

Es geschieht in der Getsemanenacht,

wenn die letzten Freunde schlafen,

alle anderen deinen Untergang suchen

und Gott schweigt,

dass die Vereinigung sich vollende."

 

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Wenn du Gott dienen willst, dann mache dein Herz bereit auf die Stunde,

in der du meinst, du habest Gott verloren.

Mache dein Herz fest und habe einen langen Atem.

Verzweifle nicht so schnell, wenn du dich verstoßen glaubst.

Halte fest an Gott und lass Ihn nicht los, damit du am Ende immer fester stehst.

Jesus Sirach 2,1-3

 

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Mechthild von Magdeburg  schildert, was Erlösung für sie ist:

 "Früher dachte ich, ich würde dir, ehe ich beginne,

dich singend zu loben, erst meinen ganzen Jammer klagen.

Nun habe ich dich geschaut und bin ganz und gar verändert,

denn du hast mich weit über mich selbst hinausgetragen."

 

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Worin  besteht  die  Wirkung  des  wahren  Betens

H.K. Iranschähr

Der Betende sendet durch das Gebet einen Wunsch in die Welt hinaus und möchte, dass dieser Wunsch erfüllt werde.

Der Wunsch ist einer der größten Triebkräfte des Lebens. Ohne diesen Lebensimpuls könnte kein Wesen existieren. Ein Leben ohne Wunsch verlöre seinen Reiz und seine schöpferische Lebendigkeit. Wunschlosigkeit gleicht dem Tode. Es kommt nicht auf die Abtötung der Wünsche, sondern auf deren Reinigung und Vergöttlichung an.Der selige Friede beruht nicht auf der Wunschlosigkeit, sondern auf der Heiligkeit der Wünsche.

Hinter jedem Wunsch steht aber der Wille zu dessen Erfüllung.

Der Wunsch schließt also die Willenskraft in sich ein. Der Wille selbst ist der Ausdruck von Gefühlen und Gedanken. Er ist also mit Denk - und Vorstellungskraft eng verwoben. Jedem Wollen gehen eine Vorstellung und ein Gedanke voraus. Beim Beten tritt noch die Kraft des Glaubens hinzu: denn ohne den Glauben, der die konzentrierte Kraft der Hoffnung und des Vertrauens ist, kann niemand beten und bitten.

Daraus erkennen wir, dass der Betende durch sein Bittgebet die Kräfte seiner Vorstellung, seiner Gedanken, seines Wunsches, seines Willens und seines Glaubens entfaltet und in Tätigkeit setzt.

 

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 Welcher Art sind nun diese Kräfte, die der Betende durch sein Bittgebet  in die Welt hinaussendet?

Es gibt machtvolle und magisch wirkende Kräfte, die das Schicksal des Einzelnen und der Völker gestalten und beherrschen.  Die Kulturen der ganzen Welt und alle Errungenschaften der Menschen auf allen Gebieten des Lebens verdanken ihr Dasein der göttlich - schöpferischen Macht dieser Kräfte, welche die Ausstrahlungen der menschlichen Seele sind.

Der wahrhaft Betende setzt also diese großen schöpferisch wirkende Kräfte seiner Seele in Tätigkeit. Darin liegt der Grund für die Wirksamkeit der Gebete. Wahres Beten ist durchaus ein schöpferischer Akt des Menschen. Es kommt aber auf die richtige Anwendung dieser schöpferischen Kräfte des wahren Betens an.

 

Mögest du, Betender, deine Wünsche, Gefühle und Gedanken

von allen persönlichen  und selbstsüchtigen Zwecken reinigen,

sie göttlich gestalten und dir deine Verantwortung für diese dir geliehenen

machtvollen Kräfte bewusst sein.

Lebe, strebe und bete für das Heil und Wohl der gesamten Menschheit und der gesamten Kreatur.

H.K. Iranschähr

 

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Gebet des hl. Thomas von Aquin

Gewähre mir, ich bitte dich, Allmächtiger und Allererbarmer Gott,

die Gnade, glühend zu ersehnen, weise zu erforschen und vollkommen zu erfüllen,

was immer wohlgefällig ist vor dir.

Lenke meinen Weg in der Welt zum Ruhme deines Namens.

Und gewähre mir für alles, was du von mir verlangst, die rechte Einsicht,

Willen und Vermögen, dass ich es so vollbringe, wie ich soll,

und lass meinen Weg zu dir, ich bitte dich, sicher, gerade und vollkommen

sein bist zum Ende. Gib mir, O Herr, ein festes Herz, das keine unwürdige Leidenschaft

niederzieht; gib mir ein aufrichtiges Herz , das kein niederes Streben auf Abwege bringen kann.

Erfülle mich auch, o Herr, mein Gott, mit Verstand dich zu erkennen, mit Eifer dich zu suchen,

mit Weisheit dich zu finden, mit einer Treue, dass  ich am Ende dich umarmen darf! Amen

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 Die  Notwendigkeit  von  Ausdauer  und  Geduld

H. K.  Iranschähr

Nichts kann in dieser Welt gedeihen ohne Ausdauer und Geduld.  Beharrlichkeit und Standhaftigkeit sind für jeden Erfolg und Sieg, unentbehrlich

Zum Beten sind daher große Geduld und Ausdauer, die von unerschütterlichem Glauben und Vertrauen durchdrungen werden sollen, unbedingt nötig. Lerne darum die Kunst des geduldigen Abwartens, bis die Stunde der Erfüllung schlägt; denn diese Stunde kennt niemand außer Gott.

Jeder Zustand verbirgt einen bestimmten Zweck, der erst erfüllt werden muss, bevor eine Änderung zustande kommen kann. Streue mit deinem Gebet die Samenkörner der edlen Wünsche und der reinen, wohlwollenden Gedanken der Liebe aus, und überlasse ihr  Wachsen und Gedeihen der Wirkung der göttlichen Gesetze.

 

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 Trachten  nach  dem  Willen  Gottes

H.K. Iranschähr

Viele Menschen beten aus Unwissenheit und Selbstsucht unrichtig, denn sie bitten um Dinge, die in Wirklichkeit überflüssig, schädlich oder sogar gefährlich sind. Sie wollen, dass Gott all das vollbringe, was sie in ihrer Selbstsucht und Torheit wünschen.

Wir wissen aber sehr wenig über die verborgenen Gesetze und Ursachen der Ereignisse der Welt. Noch weniger wissen wir über unsere vergangenen Erdenleben, über unsere ererbten und erworbenen Veranlagungen und vor allem über unser Schicksal.

Darum müssen wir unermüdlich arbeiten , schaffen und geistig tätig sein, jedoch die Befruchtung unserer Taten und Gedanken Gott überlassen. Wäre es nicht schlimm, wenn alle törichten und zersetzenden Wünsche und Gedanken der Menschen sich erfüllten ?

Darum ist der weise Gott dankbar, dass ER nicht alle Wünsche und Gedanken erfüllt.

 

Also  mögest  du  beten:

Nicht was ich will

sondern was du willst geschehe, o Gott

in mir und durch mich in dieser Welt!

 

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 M e i n   W u n s c h

 Mein Wunsch ist, o Gott  r e i n  und  f r e i  von allen Lastern zu werden!

Gib, dass meine Liebe zu Dir und zu meinen Geschwistern selbstlos wird.

Mein Wunsch ist, stets Deinen Willen zu erkennen und danach zu handeln!

Mein Wunsch ist, von Dir selbst belehrt und geführt zu werden.

Gib, o Gott, dass ich Deine Weisheit nicht aus den Büchern zu betteln brauche

Führe mich, o Gott zum Quell Deiner Weisheit, den Du in der Tiefe meiner Seele verborgen hast!

Mein Wunsch ist, unmittelbar und ständig mit Dir in Verbindung zu stehen

Mein Wunsch ist, Dein fröhliches , strahlendes und würdiges Kind zu bleiben!

Mein Wunsch ist, meinen Glauben mit meinem Verstand zu harmonisieren

um Deine Liebe und Weisheit in mir zu vereinen!

Willst Du mir nicht all diese Wünsche erfüllen Du, mein guter Gott?

 

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M e i n   Z i e l

Gib, o Gott,

dass ich zum Spiegel Deiner Liebe und Weisheit auf Erden werde !

Gib, dass ich lebendiges Beispiel Deiner Güte und Reinheit werde !

Gib, dass mein Leben meinen Brüdern zum Heil und Segen wird !

Möge Deine Macht mich befähigen Deinen Frieden und Deine Freude

durch mich ausstrahlen zu lassen !

Möge die Freiheit, Würde und Erhabenheit

Deiner wahren Diener sich in mir offenbaren !

Stärke, o Gott meinen Glaubenan Deine Vorsehung und Führung.

Stärke mein Vertrauen zur göttlichen Macht meiner eigenen Seele !

Gib mir die Überzeugung, dass ich trotz meiner Schwäche  und Sünde

mein Ziel doch erreichen werde !

Dieses Ziel ist, ein reiner Spiegel Deiner Liebe, Weisheit

und Gerechtigkeit zu werden !

H.K. Iranschär

 

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