Drei Worte

Friedrich Schiller

 

Dem Menschen ist aller Welt beraubt,

wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt:

 

Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,

Und würd er in Ketten geboren,

Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei,

Nicht den Mißbrauch rasender Toren,

Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,

Vor dem freien Menschen erzittert nicht.

 

 

 

 

Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,

Der Mensch kann sie üben im Leben,

Und soll er auch straucheln überall,

Er kann nach der göttlichen streben,

Und was kein Verstand der Verständigen sieht,

Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.

 

 

 

 

Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,

Wie auch der menschliche wanke,

Hoch über der Zeit und dem Raume webt

Lebendig der höchste Gedanke;

Und ob alles im ewigen Wechsel kreist,

Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.

 

 

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