Gebete und Aussagen von Meister Eckhart

 

Warum lebst du eigentlich ? - Um zu leben, aber das Warum deines Lebens weißt du dennoch nicht.

So  begehrenswert ist das Leben als solches, dass man es um seiner selbst willen begehrt.

 Was ist das Leben ? - Gottes Sein ist mein Leben. Ist nun mein Leben Gottes Sein,

so muss das Sein Gottes mein Sein begründen und Gottes Wesenheit meine Wesenheit -

und zwar nicht weniger und nicht mehr .

 Wer Gott wahrhaft liebt, der liebt seinen Mitmenschen, wie sich selbst.

Wer Gott mehr liebt als seinen Nächsten,  der liebt ihn noch nicht auf vollkommene Weise.

 

Gott ist Eins und nicht zwei. Wer Gott schaut, der schaut nichts als Eins.

Wer alle Dinge empfangen will, der muss auch alle Dinge hergeben.

 

 

 Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.

Der wichtigste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht.

Das notwendigste Werk ist stets die Liebe

 

 

 Wir danken Dir, Himmlischer Vater, dass Du uns Deinen eingeborenen Sohn geschenkt hast,

in dem Du uns dich selber gibst und alle Dinge.

Wir bitten Dich, himmlischer Vater; wie du uns Deinen Sohn Jesus Christus gegeben hast,

durch den und in dem Du keinem etwas versagen willst, noch kannst,

so erhöre uns in Ihm und mach uns frei von allen unseren Mängel

und vereinige uns mit Ihm in Dir.

Amen

 

 

Hast du dich selbst wahrhaft lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst.

Solange du einen einzigen Menschen weniger lieb hast als dich selbst,

solange hast du dich selbst nie wahrhaft lieb gewonnen.

 

 

Licht und Finsternis können nicht nebeneinander bestehen.

Gott ist die Wahrheit und ein Licht in sich selbst.

Wenn Gott in die Seele hineinkommt, so vertreibt

er daraus die Unwissenheit, das ist die Finsternis.

 

 

 

Alles Leid kommt von der Liebe zu dem, was mir der Schaden genommen hat.

Habe ich Leid um vergängliche Dinge, so habe ich und hat mein Herz noch Liebe und Hang

zu vergänglichen Dingen und habe ich Gott nicht von ganzem Herzen lieb

und liebe noch nicht das, was Gott von mir und mit sich geliebt haben will.

 

 

 

 

  Das ein Mensch ein ruhiges und nachdenkliches Leben in Gott hat, das ist gut;

Das der Mensch ein mühevolles Leben mit Gott erträgt, ist besser;

Aber dass man Ruhe habe mitten im mühevollen Leben, das ist das allerbeste.

Ein Mensch gehe übers Feld und spreche sein Gebet und erkenne Gott,

oder er sei in der Kirche und erkenne Gott. Erkennt er darum Gott mehr,

weil er an einer ruhigen Stätte weilt, so kommt das von seiner Unzulänglichkeit her,

aber nicht von Gottes wegen; denn Gott ist gleicherweise in allen Dingen und an allen Stätten.

 

 

 

 Gottes Bedürfnis zu geben ist viel größer als unseres zu empfangen.

Wir dürfen es jedoch nicht auf seine Gabe absehen, denn je weniger

wir danach streben und begehren, desto mehr gibt Gott.

Damit aber zielt Gott auf nichts anderes als darauf, dass wir

umso reicher werden und umso mehr empfangen können.

 

 

Der Mensch soll alles, was er hat, um des Himmelreiches willen hingeben,

wobei es, recht betrachtet, allein auf unseren Eigenwillen ankommt.

So lange er noch irgend etwas von seinem Eigenwillen behält,

so lange hat er das Himmelreich nicht erworben. Wer von sich selbst

und seinen Eigenwillen ablässt, dem ist es ein leichtes, von allen

vergänglichen Dingen abzulassen.

 

 

Die Menschen sollten nicht soviel über ihr  T u n  nachdenken,

sondern vielmehr darüber, was sie  s i n d  .

Bist  d u  gerecht, so sind auch  d e i n e  Werke gerecht

Gedenke nicht, deine Heiligkeit zu gründen auf dein Tun.

Man muss Heiligkeit gründen auf sein Sein.

Denn nicht die Werke heiligen uns, sondern wir müssen die Werke heiligen.