Aussagen  und Gebete  von  Thomas  von  Aquin

 

Gebet und frommes Verlangen sind Voraussetzung für manches, was Gott (durch uns ) wirkt. Denn die göttliche Vorsehung schließt nicht die anderen (geschöpflichen) Ursachen aus, sondern setzt sie gerade zur Verwirklichung der von ihr vorgesehenen Ordnung ein.

 

Die Tatsache, dass etwas auf Gebet gegeben wird, (was sonst nicht eintreten würde), gehört gerade zur Ordnung der göttlichen Vorsehung. Und wollte man wegen der Wandellosigkeit der Vorsehung Gottes behaupten, wir sollten nicht beten, um etwas von Gott zu verlangen (der uns ja zum Gebet bewegt), so ist das ähnlich töricht, wie die Meinung, man solle nicht gehen, um an einen bestimmten Ort zu gelangen, oder nicht essen, um sich zu stärken.

 

 

Um des Wissens Schatz zu erwerben

 

1. So wie du durch kleine Wasserinnen den Weg ins Meer findest, musst du durch das Leichteste zum Schwierigen gelangen.

2. Tritt nur zögernd an Sprechende heran, und nimm nur zögernd an dem Gespräch teil.

3. Bewahre die Reinheit des Gewissens.

4. Lasse im Beten nicht nach.

5. Willst du in die Zelle der Weisheit gelangen, so halte dich vorerst gerne in der eigenen Zelle auf.

6. Sei freundlich gegen jedermann.

7. Mische dich nicht in Angelegenheiten anderer.

8. Sei anderen gegenüber nicht zu vertraulich; denn allzu große Vertraulichkeit erweckt Geringschätzung und lenkt vom Lehrstoff ab.

9. Nimm in keiner Weise teil am Reden und Tun der Weltleute.

10. Vor allem meide jegliche Abschweifung.

11. Dem Wandel der Heiligen und Guten ahme stets nach.

12. Ohne Rücksicht auf die Person des Redners nimm alles Gute, was du hörst, in dein Gedächtnis auf.

13. Das, was du liest und hörst, trachte zu verstehen.

14. In Zweifelsfällen verschaffe dir Gewissheit.

15. Bemühe dich alles in den Schrank deines Geistes einzuordnen, so wie man ein Gefäß anfüllt.

16. Forsche nicht nach Dingen, die deine Fassungskraft übersteigen.

 

Indem du diesen Weg einhälst, wirst du dein ganzes Leben lang im Weinberg des Herrn Zebaoth Blätter und nützliche Früchte tragen und zur Reife bringen. Wenn du diesen Ratschlägen folgst, wirst du das, wonach du strebst, erreichen können. Lebe wohl !

 

 

 

 

Allmächtiger Gott, ich bitte dich gewähre mir die Gnade

glühend zu ersehnen, weise zu erforschen,

in Wahrheit zu erkennen und vollkommen zu erfüllen,

was wohlgefällig ist vor dir.

 

Ordne meinen Lebensweg zu Lob und Ehre deines Namens (Lenke meinen Weg in der Welt zum Ruhme deines Namens. Lass mich deinen Willen erkennen und erfüllen, so wie es sich gebührt und meiner Seele Segen bringt. Lass mich im Glück und Unglück treu zu dir stehen, im Glück demütig, im Unglück, stark und ungebeugt. Nur was zu dir mich führt soll meine Freude sein; nur was von dir mich trennt, soll mich betrüben. Gib, dass ich niemand zu Gefallen suche und keinem zu mißfallen fürchte, als dir allein. Was vergänglich ist, o Herr, das sei gering in meinen Augen; doch kostbar sei mir alles, was dein ist um deinetwillen, und über alles andere sollst du selbst mir kostbar sein, o Herr, mein Gott. Jede Freude ohne dich, sei mir zuwider; lass mich nichts suchen als dich allein. Für dich zu arbeiten sei meine Freude und eine Ruhe ohne dich sei eine Last. Gib, dass ich oft mein Herz zu dir erhebe und mit Reue und erneutem Vorsatz Sühne leiste, wenn ich gefehlt habe.

 

 

 

 

Um  des  Wissens  Schatz  zu  erwerben

 

Wei du Johannes, geliebster Bruder in Christo, mich gefragt hast, wie du es anstellen musst, um des Wissens Schatz zu erwerben, gebe ich dir dazu die folgenden Ratschläge:

 

1. So wie du durch kleine Wasserinnen den Weg ins Meer findest, musst du durch das Leichtere zum Schwierigeren gelangen.

2. Tritt nur zögernd an Sprechende heran und nimm nur zögernd an dem Gespräch teil.

3. Bewahre die Reinheit des Gewissens.

4. Lasse im Beten nicht nach.

5. Willst du in die Zelle der Weisheit gelangen, so halte dich vorerst gerne in deiner eigenen Zelle auf.

6.Sei freundlich gegen jedermann.

7. Mische dich nicht in die Angelegenheit anderer.

8. Sei anderen gegenüber nicht zu vertraulich; denn allzu große Vertraulichkeit erweckt Geringschätzigkeit und lenkt vom Lehrstoff ab.

9. Nimm in keiner Weise teil am Reden und Tun der Weltleute.

10. Vor allem meide jegliche Abschweifung.

11. Dem Wandel der Heiligen und Guten ahme stets nach.

12. Ohne Rücksicht auf die Person des Redners nimm alles Gute, was du hörst in dein Gedächtnis auf.

13. Das, was du liest und hörst trachte zu verstehen.

14. In Zweifelsfällen verschaffe dir Gewissheit.

15. Bemühe dich, alles in den Schrank deines Geistes, einzuordnen.

16. Forsche nicht nach Dingen, die deine Fassungskraft übersteigen.

 

Indem du diesen Weg einhälst, wirst du dein ganzes Leben lang im Weinberg des Herrn Zebaoth Blätter und nützliche Früchte tragen und zur Reife bringen. Wenn du diesen Ratschägen folgst, wirst du das, wonach du strebst, erreichen können. Lebe wohl !

 

 

 

 

Für das  himmlische  Leben

 

Ich flehe Dich an, Gott allen Trostes, der Du in uns nur das wahrnehmen willst, was Du selbst uns gegeben hast, dass Du mich nach diesem irdischen Leben der Kenntnis der reinen Wahrheit und des Genusses der göttlichen Majestät würdigen mögest.

 

Verleihe auch dann, o großmütiger Belohner, meinem Leibe: leuchtende Schönheit, rasche Beweglichkeit, angemessene Gewandtheit, genaue Anpassungsfähigkeit, unwandelbare Stärke.

 

Füge diesem noch hinzu: den Überfluß Deiner Reichtümer, den Erguß Deiner Entzückungen, den Zustrom Deiner Güter, auf dass mir zur Freude seien: über mir Deine Tröstungen, unter mir die ergötzlichen Orte , an mir die verklärte Seele und der verklärte Leib, um mich die köstliche Gemeinschaft der Engel und Seligen.

 

Möge in Deiner Nähe, gütigster Vater, mein Geist die Erleuchtung der Weisheit empfangen, meine Begierde die erwünschte Verfeinerung, meine Kraft den Siegesruhm: hier, bei Dir, allen Gefahren entrückt, in wunderbarer Behausung, in voller Eintracht aller Willensstrebungen; hier, wo vereint sind: die Heiterkeit des Frühlings, der Glanz des Sommers, die Fruchtbarkeit des Herbstes und die Geruhsamkeit des Winters.

 

Schenke mir, mein Herr und Gott, das Leben ohne Tod, die Freude ohne Kummer, dort, wo höchste Freiheit ist, freie Sicherheit, sichere Ruhe, ruhiges Glück, glückliche Ewigkeit, ewige Seligkeit, selige Anschauung und das Lob Gottes.

Amen

 

 

 

 

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