Großzügigkeit des Herzens ist der Anfang der Meditation

 

Wir werden über etwas sprechen, das einen Geist erfordert, der wirklich in die Tiefe gehen kann. Wir müssen da beginnen, wo wir sind, denn wir können nicht sehr weit gehen, wenn wir nicht wissen, wie wir ganz in der Nähe beginnen sollen, wenn wir nicht wissen, wie wir den ersten Schritt machen sollen.

 

Die Frucht der Meditation ist Güte, und die Großzügigkeit des Herzens ist der Anfang der Meditation.

 

Sie können nicht meditieren, wenn Sie ehrgeizig sind - Sie können vielleicht mit der Idee der Meditation spielen. Wenn Ihr Geist von Autoritäten beeinflusst wird, wenn er traditionsgebunden ist, wenn er annimmt und folgt, werden Sie niemals wissen, was es bedeutet, über diese ungeheure Schönheit zu meditieren ...

 

Es ist das Streben nach der eigenen Erfüllung mit Hilfe der Zeit, das Großzügigkeit verhindert.

 

Und Sie brauchen einen großzügigen Geist - nicht nur einen umfassenden Geist, einen Geist, indem viel Raum ist, sondern auch ein Herz, das gibt, ohne darüber nachzudenken, ohne Motiv, und das nichts dafür zurück verlangt.

 

 

 

 

Aber zu geben, was man hat, wie wenig oder viel es auch sein mag, - dieses spontane Aus-sich-Herausgehen, ohne Einschränkung, ohne irgendetwas zurückzuhalten, ist unbedingt notwendig.

 

Es gibt keine Meditation ohne Großzügigkeit, ohne Güte !

 

Was bedeutet, frei von Stolz zu sein, nie die Leiter des Erfolgs hinaufzuklettern, nie zu wissen, wie es ist, berühmt zu sein.

 

Es bedeutet alles loslassen, was erreicht wurde - in jeder Minute des Tages. Nur auf einen so fruchtbaren Boden kann diese Güte gedeihen und aufblühen. Und Meditation ist das Aufblühen von Güte.

 

Meditation ist notwendig, um dieses ganze Problem der Beeinflussung zu verstehen, die Einflüsse durch die Erfahrungen, durch das Wissen, durch unsere inneren und äußeren Antriebe - um herauzufinden, was wahr und was falsch ist, und das Wahre im so genannten Falschen zu entdecken -, all das erfordert eine tiefe Einsichtigkeit, ein tiefes inneres Erfassen der Dinge, wie sie sind. Dieser ganze Prozess ist der Weg der Meditation.

 

 

 

 

Meditation ist ein unbedingt notwendiger Bestandtiel des Lebens, unserer täglichen Existenz, so wie Schönheit unbedingt notwendig ist.

 

Das Wahrnehmen von Schönheit, die Sensibilität für das Hässliche wie für das Schöne sind etwas ganz Wichtiges - einen schönen Baum wahrnehmen, einen herrlichen Abendhimmel, den weiten Horizont zu sehen, wo sich die Wolken beim Sonnenuntergang zusammenballen.

 

All das ist notwendig - die Wahrnehmung von Schönheit und das Verstehen des Wesens der Meditation, denn all das ist das Leben, so wie Ihr Gang ins Büro, die Auseinandersetzungen, die Nöte, die ständige Belastung, die Sorgen, die tiefsten Ängste, die Liebe und der Hunger.

 

Das Verstehen dieses gesamten Geschehens  des Daseins - der Einflüsse, des Leids, der täglichen Mühe, der Autoritätsgläubigkeit, der politischen Aktionen und so weiter -, all das ist das Leben, und das Verstehen all dessen und die Befreiung des Geistes ist Meditation.

 

Wenn man dieses Leben wirklich erfasst, findet immer ein meditativer Prozess statt, ein kontemplativer Prozess - aber nicht über etwas Bestimmtes.

 

Sich dieses ganzen Geschehens  der Existenz bewusst zu sein, es zu beobachten, sich leidenschtslos darauf einlassen und davon frei zu werden, ist Meditation.