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Die Hauptsache im menschlichen Leben ist die Entwicklung der Seele. Ihr dient alles, was als Schicksal, als Fügung Gottes erlebt werden kann. Alle Neigungen, Interessen oder Charakterzüge, die einen Menschen kennzeichnen, sind ein Ausdruck des Entwicklungsstandes  seiner Seele. Eine unreife Seele kennt nur niedere, tierische Neigungen und Interessen. Alles, was über diese niederen Interessen hinausgeht. ist Unfug und Zeitvergeudung; in den Augen dieser Menschen.

 

Eine reife Seele dagegen entfaltet auch eine sehr reichhaltige Skala von Empfindungen und Interessen und sucht Erfahrungen, die rein geistiger Natur und vielleicht schon überirdisch sind. Zwischen diesen beiden Extremen spielt sich die Entwicklung der Menschen auf dieser Erde ab. Jeder Mensch hat in seiner seelischen Entwicklung einen ganz bestimmten Stand erreicht und soll diesen bessern, soll reifer werden.

 

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Wann ist die Seele ausgereift? Kann man das erkennen?

Im Brief des Apostel Paulus an die Epheser ( Kapitel 4 Vers 13)  steht, dass wir >zum vollen Maß der Fülle Christi< kommen müssen; und jener vollkommene Mensch Jesus von Nazareth , in dem Gott selbst körperlich unter uns Menschen lebte, sagte er in seiner Bergpredigt (Matthäus 5 Vers 48) wir müssten vollkommen werden, so wie unser Vater im Himmel vollkommen ist. Beide Angaben sind im Kern ihrer Aussage gleich: Die Seele ist reif, wenn sie Gottes Ebenbild geworden ist. Das ist wahrlich ein hohes Ziel.

 Muss und kann das jeder erreichen?

Himmel und Hölle, Erde und alle Ebenen der feinstofflichen, astralen Seelenwelt sind wie Schulen, in denen eine Seele lernt, diesem Ziel näher zu kommen; sehr verschiedene Schulen allerdings : Im menschlichen Körper auf der Oberfläche dieser Erde lernt und übt die Seele die erste und letzte der sieben göttlichen Tugenden: Liebe und Barmherzigkeit. Deshalb fasste Jesus von Nazareth die 10 Gebote, die Mose dem Volk Israel gebracht hatte in zwei Geboten zusammen:

Liebe Gott, deinen Vater im Himmel, über alles, (erlebe die Liebe)

Und liebe deinen Nächsten wie dich selbst. (Sei barmherzig)

 

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Mit diesen beiden Geboten ist der >Lehrplan<  für eine jede auf dieser Erde inkarnierte Seele umrissen. Die anderen  fünf >göttlichen Tugenden<  erwirbt die Seele in einem anderen Dasein. Hier, im irdischen  Mensch-Sein, wird nur noch ihr Zusammenwirken geübt, ihre innere Harmonie gefunden.

Wenn man die menschliche Seele mit einem Bauwerk vergleicht, dann wird während des köperlichen Daseins, der >Inkarnation> der Rohbau erstellt. Man nimmt gewissermaßen die Substanz des Lehrstoffes in sich auf und baut diese in die eigene Seele ein. In der körperlichen Form ihres Daseins dagegen erfährt die Seele eine Art Konsolidierung oder Klärung. Was man in dem von der Kirche geprägten mittelalterlichen Sprachgebrauch >Hölle und Fegefeuer< nannte sind Bewusstseinszustände und dementsprechende Orte der astralen Seelenwelt, in denen - um im Bild zu bleiben - so manch falsch gesetzt Mauer des Rohbaus wieder eingerissen (wenn möglich) korrigiert wird.

Für die Seele sind das sehr schmerzhafte Ereignisse. Sie dauern aber nicht ewig. Irgendwann einmal wird jede Seele, die noch lieben kann, auch mit dieser sehr unangenehmen, schmerzlichen Arbeit fertig. Nur der Ort, an dem diese Arbeit geschieht, und der Zustand an sich besteht für undenklich lange Zeiten; er ist gemeint wenn in  biblischen Büchern von >ewiger Pein< oder >ewigem Feuer< oder >ewigem Verderben < usw. die Rede war.

 

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Das >Paradies< dagegen ist eine feinstoffliche Welt und ein ihr entsprechender Bewusstseinszustand der Seele, in der  - wie im obigen Bild - die Feinheiten, gewissermaßen  der Innenausbau und die Möbilierung  des Bauwerkes  > Seele < vollzogen werden. Was in diesem Bild Baumaterialien und Gegenstände, Wände oder Tapeten sind, sind in der Wirklichkeit Teile und Inhalte des Bewusstseins, das der Seele auch nach dem Tod des Körpers verbleibt.

Denn alles Sein ist im Grunde Geist!  Alle Materie ist - wie unser Körper - nur eine vergängliche Form, in der der Geist seiner selbst bewusst werden soll. Fazit: Irgendwann einmal  kann eine jede Seele ihr Ziel erreichen und reif werden - das heißt vollkommen, dem in Jesus von Nazareth erschienen Gott gleich, - wenn sie dies denn will - . Gott aber ist all - umfassender Geist und seiner selbst vollkommen bewusst.

Wie sieht das Reif - werden in der Praxis aus?

Wie und wo durch baut eine auf dieser Erde  >verkörperte> Seele an ihrem Bewusstsein? Worauf muss man bei dieser Bautätigkeit achten?  Alles, was ein Mensch auf dieser Erde tut oder unterlässt, wird in seiner Seele Substanz und Struktur.  Es prägt sich in der Seele bildhaft ein; man nennt es >das Unbewusste> im Menschen.  Unter besonderen Bedingungen kann man sich dessen wieder >er- innern <, das heißt alles im Inneren, der Seele wiederentdecken und sich vergegenwärtigen.

 

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Im Alltag aber wirken alle Inhalte des Unterbewusstseins als Gefühle und innere Neigungen erneut mit und bestimmen Tun und Lassen, in jedem Augenblick. Niemand kann sich diesem Vorgang entziehen. Die Seele eines jeden Menschen  i s t  seine eigene, zu feinstofflicher Substanz gewordener Vergangenheit, - egal, wie weit diese Vergangenheit zurückliegt und wie wichtig oder unwichtig eine Tat damals erschien.

Sie Seele lebt, - auch über den Tod hinaus. Sie belebt ihren Körper und gestaltet ihr Schicksal. Gottes Engel und alle in seiner Schöpfung wirkenden, belebten Kräfte begleiten und umgeben sie dabei.

In diesem Zusammenhang  gehört auch das Gesetz von Saat und Ernte im Leben des Menschen. "Was der Mensch sät, wird er ernten< schrieb der Apostel Paulus dereinst an die  Galater  (Kapitel 6, Vers 7) . In den östlichen Religionen nennt man diesen Zustand >Karma< . Ein praktisches Beispiel: "Wer zum Schwert greift, der wird durchs Schwert umkommen< sagte Jesus von Nazareth zu seinem Jüngern, als dieser ihm im Garten Gethsemane mit der Waffe verteidigen wollte.

 

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Was dahinter steckt, lässt sich etwa so formulieren:

Was ein Mensch A einem anderen Menschen B (oder einem beliebigen Geschöpf , z.B. einem Tier C ) zufügt, das muss er selbst auch wieder erdulden  und erfahren. Ob seine Tat bewusst geschah oder nicht, mit oder ohne Absicht: Sie ist geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Sie wirkt und verändert das Bewusstsein von A und B oder C. Damit nun der Mensch intelligent und verantwortlich, das heißt:  b e w u s s t  leben und wirken kann, muss er aber die Ursache  u n d  die Wirkung jeder Tat im Zusammenhang erfassen und erkennen können.

Dazu muss immer, wenn eine Ursache in seiner Seele zur Substanz geworden ist, auch die Wirkung zu Substanz - also, innere Erfahrung - werden.  Der Dieb muss selbst bestohlen werden, der Lügner belogen, der Verurteilte  verurteilt, -  aber auch der Dienende bedient, der Liebende geliebt und Schenkende beschenkt. Alles, was von einem Menschen ausgeht, muss wieder zu ihm zurückkommen, damit er werden kann, was er werden soll: Gottes Ebenbild; das höchste, vollkommene und alle Zusammenhänge des Daseins  bewusst  gestaltende Geschöpf und zugleich Kind Gottes.

Und so formt sich unser Schicksal; was ein Mensch als Subjekt aus freiem Willen tut, wird zur Ursache für das, was er als Objekt erfahren und an sich geschehen lassen muss. Gutes Wollen zieht gutes Tun und gutes Erfahren nach sich, umgekehrt aber auch, böses Wollen wieder böses Tun und böses, leidvolles Erleben.

 

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Das Rad des Schicksals dreht sich mit einer aller menschlichen Begriffe übersteigenden Präzision. Geburt und Tod setzen keine Grenzen , sondern sind nur Übergänge von einer Form des Daseins in eine andere.Der Mensch wird geboren, wenn die Seele eine irdische, körperlich Hülle braucht, um bestimmte Erfahrungen zu machen und damit ihre Substanz bilden oder bereichern zu können. Der Mensch stirbt, wenn diese Hülle für die Seele überflüssig oder unbrauchbar geworden ist, oder wenn in ihr die Seele keine für sie wichtige Erfahrung mehr machen kann.

Verständlich wird ein Schicksal  n u r  als Geschichte der Reife - Entwicklung der betreffenden Seele. Gottes Liebe fügt und führt alles nach einer Ordnung, die unsere Vorstellungen weit übersteigt. Selbst die Haare auf jedem Kopf sind gezählt, und auch die Erfindung der Neutronenbombe macht Gott nicht ratlos oder wirft seinen Plan mit den Menschen nicht um. ER sieht und meint immer  d i e  S e e l e  und deren Leben. Nur uns irdischen Menschen kommt das Wohl und Weh des Körpers so ungemein wichtig vor. Warum? Weil durch viele, viel zu viele Fehler ( in der Sprache der Kirchen  Sünden) der Blick für das Leben und die Bedürfnisse der Seele, langsam aber sicher verloren ging; weil die Seelen > schlafen< das heißt ihrer selbst kaum bewusst sind. 

Ihrem Schicksal aber können sie alle nicht entrinnen. Selbst wenn sie mit Posaunentönen und mit bitteren Leid > geweckt< werden müssen; ihr Ziel heißt: "Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war..." (Philipper 2,5) Unentrinnbar. Und notfalls müssen die Qualen der Hölle oder die apokalyptischen Plagen helfen, wo die Menschen nicht mehr hören wollen, wo sie hassen, obwohl ihnen Liebe gepredigt wurde.

Leiden macht reif!  Warum also warten? Gott und viele tausend Mitmenschen warten h e u t e  auf unsere Liebe !

 

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 Dietrich Bonhoeffer

Ein Mensch, der betet,

kann keine Angst mehr haben

und nicht mehr traurig sein.

Im Gebet ist Christus,

ist Gott uns nahe !

 

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Ephides

Dichter des Tranzendenten

Schenk mir Engelskräfte, Liebesüberfluss,

dass ich nicht versage, wenn ich helfen muss !

Weiß wohl, dass der Himmel meiner nicht bedarf,

doch auch, dass der Vater nie mein Mühn verwarf.

Viele müde Herzen stehn sich selbst im Licht -

ist sie freizulieben nicht der Engel Pflicht?

 

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