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Freiheit des Willens bei eigener Verantwortung für alles Tun und Lassen oder Vorherbestimmung und göttlicher Plan, - was bestimmt nun über das Leben des Menschen hier auf dieser Erde? Mal hört man dies, mal das. Was ist richtig? Jede der beiden Seiten stützt sich auf Erfahrungstatsachen und behauptet, den Schlüssel zum Verständnis des menschlichen Lebens zu besitzen.

Wer die Willensfreiheit verteidigt, argumentiert meist so:

Der Mensch ist geschaffen als Gottes Ebenbild; und Gottes Wille ist absolut frei: Die Willensfreiheit ist die höchste Würde des Menschen. Ebenso wären Gottes Gebote ebenso sinnlos wie alle ethischen und moralischen Gesetze oder Forderungen. Wir könnten alle Gesetzbücher einstampfen, alle Polizisten nach Hause schicken und sowohl den Religions - als auch den Sozialkunde - Unterricht unserer Kinder einstellen, wenn der freie Wille des Menschen durch eine Art göttlicher Vorherbestimmung außer Kraft gesetzt wäre. Wer an Vorherbestimmung (Prädestination) glaubt, macht den Menschen in der Theorie zum Roboter, in der Praxis zum verantwortungslosen Chaoten und gewissenlosen Anarchisten.

 

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Wer an eine Art >Schicksalsplan< oder Vorbestimmung glaubt, denkt etwas so: Jede Art von Prophetie wäre Unfug, wenn es keinen göttlichen Plan gäbe. Wenn es aber einen göttlichen Plan für das Leben und für die Worte eines Propheten gibt, dann muss es ihn für alle Menschen geben, denn vor Gott sind alle Menschen gleich. Oder: Die Jahrtausende alte Astrologie wäre nur ein Hirngespinst. wenn wir unser Schicksal völlig frei gestalten könnten.

Und schließlich sind solche Fälle wissenschaftlich nachgewiesen, in denen beispielweise ein Mord oder auch so nebensächliche Dinge wie ein Zusammentreffen mit einem mexikanischen Altertumsforscher bis in die Einzelheiten genau einige Jahre oder gar Jahrzehnte früher vorhergesagt oder im Traum erlebt und aufgezeichnet wurden. Das ist einfach nicht mehr wegzudiskutieren; wer sich darüber hinwegsetzt, ignoriert die Tatsachen. ( Zu Untermauerung: Auch ich selbst habe einmal ein extrem  unwahrscheinliches Ereignis bis in den Wortlaut der Aussagen genau und zutreffend, mit allen Details, vorher in einem ungewöhnlich klaren Traum gesehen,)

 

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Wie soll man das nun verstehen ? Gibt es für solche Widersprüche noch eine Erklärung, für so gegenläufige Thesen oder eine Synthese? Kann man da noch abgrenzen und festlegen: "Hier gilt dies, und dort jenes!"? Oder sollte man solche Fragen gar nicht stellen? Ist nur jener Kinderglaube gut, der alles kritiklos annimmt, was ihm >in göttlich -zufälliger Fügung< eben gerade vorgesetzt wird? Fragen über Fragen, - und sie alle sind uralt. Wer die Bibel als Lehrbuch verwendet und in ihr Gottes Wort sucht, wird folgende Antwort finden:

Der Mensch ist heute, wie vor 2000 Jahren Geschöpf Gottes und dazu berufen, Kind und Ebenbild Gottes zu sein. Er ist unterwegs zwischen einem Zustand der Rebellion gegen Gott, der Lieblosigkeit gegenüber den Mitmenschen, und einem Ziel noch vor uns liegenden Zustand der Vollkommenheit in Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen. Irgendwo zwischen diesen beiden Punkten ist der Standpunkt eines jeden Einzelnen zu finden..

Nun ist die Folge einer jeden Art von Rebellion und Widerstand gegen die Naturgesetze ( die Ordnung der göttlichen Schöpfung ) eben die, dass der Mensch seine Freiheit stückweise genau da verliert, wo er sich dieser Ordnung widersetzt. Wer z.B. die Fliehkraftgesetze missachtet und mit 100km/h im Auto durch eine enge Kurve flitzen möchte vertauscht die Freiheit hinter dem Steuer mit der Enge eines Krankenhauszimmers. So geht es überall und in jeder Hinsicht, - auch im menschlichen Zusammenleben, in sozialen und in geistig-seelischen Ordnungen des Lebens.

 

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Unser Wille ist genau so frei wie unser Bewusstsein frei ist!

Wo ich Alternativen erkennen kann, kann ich auch frei entscheiden und meinen Willen äußern. Wo ich unbewusst und dumpf lebe, nehme ich die (real vorhandene) Freiheit nicht wahr. Da ich sie nicht erkenne, ist sie für mich - subjektiv - nicht vorhanden. Deshalb führt mich in allen diesen Fällen  ein göttlicher Plan! Er verhindert, dass ich unwissend mein eigenes Leben zerstöre, oder dass ich mir (meiner Seele ) unbewusst Lasten auferlege, dass ich Risiken eingehe, oder mit Energien in Berührung komme, denen ich noch nicht gewachsen. ("Gott ist treu und lässt nicht zu, dass die Versuchung über eure Kraft geht" - 1.Korinther 10,13)

Der Plan Gottes über unser Leben ist also eine Art Lehrplan in dem festgehalten ist, welche Reize zu welcher Zeit unser Bewusstsein erreichen, um es reifer und vollkommener werden zu lassen, - wenn wir diesen Vorgang nicht blockieren.

So können wir den Menschen verstehen als einen Wanderer zwischen zwei Welten, Er hat das tierische, gebundene Bewusstsein ( teilweise ) hinter sich gelassen, das göttliche, absolut freie Bewusstsein ( teilweise ) aber noch nicht erreicht. Bei jedem Schritt nach vorn leitet ihn ein göttlicher Plan, der Mensch selbst tut diesen Schritt gewissermaßen blind , er weiß (noch) nicht, wie er es anstellen muss, um dort vorne bestehen zu können.

Auf seinem jeweiligen Standpunkt ist er frei; er kann unbeschränkt nach rückwärts und in weiten Grenzen auch nach der Seite hin die Kräfte seines Bewusstseins spielen oder seinen Willen wirken lassen. Allerdings nur so lange, wie er dabei in völliger Übereinstimmung mit den bekannten Ordnungen und Gesetzen der göttlichen Schöpfung bleibt.

 

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Wer sündigt, der wird zum Knecht der Sünde - sagt die Bibel - Mit anderen Worten: Immer wenn ein Mensch bewusst gegen das "Gute", gegen sein Gewissen oder gegen ein göttliches Gebot ( der Nächstenliebe! ) handelt schafft er in seiner Seele ( in der Sprache des Psychiaters : in seinem Unterbewussten) eine Blockade oder Verletzung. Um dann noch vor sich selbst bestehen zu können, muss er meist die besten Teile seines Bewusstseins begraben.  Indem er seine Fehler und Sünden zu bemänteln oder zu verdecken versucht, wird er geistig und seelisch blind.

Als ein seelisch Blinder aber hat er seine Freiheit verloren; er kann die reineren, reiferen und vollkommenen Alternativen, die ihm offen stehen würden, nicht mehr erkennen. Was unser Bewusstsein begrenzt und einengt, das engt aber auch gleichzeitig unsere Freiheit ein ! Und hier stoßen wir auf das Gesetz von Saat und Ernte im menschlichen Leben ; es steht in Verbindung mit der Freiheit unseres Willens.

Der Mensch ist frei, zu säen , was er für gut und richtig hält, aber er ist gezwungen, zu ernten, was er gesät hat!

 

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Die Saat, die der Mensch sät, sind seine eigenen Gedanken, Worte und Taten !

Den Acker, auf den er diese Saat sät, ist seine Umwelt, die Erde mit Pflanzen, Tiere und Menschen; alles, was einen Menschen beschäftigt. Die Ernte sind Gedanken, Worte und Taten der   a n d e r e n.  Man ist ihnen ausgesetzt, Tag für Tag, und man ist auch der Natur ausgesetzt, etwa der Katze des Nachbarn, oder dem asiatischen Grippevirus. Alles das trägt - von  einem ewig gültigen Gesetz geleitet - dazu bei, dass wir ernten, was wir gesät haben

Keiner ist von diesem Gesetz frei, keiner !

Wenn nun die Saat, die ich säe, anderen Menschen von ihren Zwängen befreit, dann wird die Ernte meine Freiheit vermehren. Wenn ich aber mit meinem Denken, Sagen und Tun andere Menschen in die Enge treibe und ihre Freiheit beschneide, dann werde ich bald selbst unfrei werden.

So ist alles, das vorherbestimmt und dem Einfluß meines Willens entzogen, was mich ( seelisch) reifer und vollkommener macht. Der göttliche Plan liegt in den Tiefenschichten meiner  Seele, in meinem Unterbewusstsein, - er ist GEIST aus dem All-umfassenden Sein Gottes. Zugleich aber, bin ich frei und vollkommen Herr meiner Gedanken, meiner Worte und Taten,  in den Grenzen meines wachen Bewusstseins und meiner Erkenntnisfähigkeit.

Wer seine Taten völlig unter Kontrolle hat, befreit damit sein körperliches Dasein ! Wer seine Gefühle und Worte völlig unter Kontrolle hat, befreit das Dasein seiner Seele. Wer aber seine Gedanken völlig unter Kontrolle hat, ist geistig frei !

 

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Kann ein Mensch dieses Ziel erreichen?

Aus eigener Kraft niemals. Es gibt nur eine einzige Kraft unter dem Himmel die mir dieses Ziel erreichbar macht. Diese Kraft heißt Liebe !  Es ist die Liebe, die sich selbst und das ganze Leben ausliefert an Gott; an jenen Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, um sich selbst und sein Leben auszuliefern an uns Menschen. Nur ER, "Christus in mir" erringt diese vollkommene Freiheit (in mir und für mich) , durch Gedanken, Worte und Taten, die von reiner selbstloser Liebe durchdrungen sind. In der inneren Einheit mit IHM wird dieses Ziel erreichbar, - anders nicht !

 

Der Mensch ist in dem Maße frei, in dem der im Geist gegenwärtige, vom körperlichen Tod auferstanden Jesus Christus in ihm und durch ihn hindurch selbstlos und liebevoll denken, fühlen und handeln kann, - in einer von gleichem Wollen getragenen Einheit, Nur ER übt keinerlei Zwang aus, sondern erhebt das Bewusstsein zu ungeahnter, freier Höhe und schenkt dem Menschen  auf diese Weise die vollkommene Herrschaft über sich selbst und über alle Reiche der Natur und des Kosmos. ER ist der liebevollste hilfreichste "Geist" oder "Archetypus" in unserem Inneren, im kollektiven Unbewussten" des Menschen.

 

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Dietrich Bonhoeffer

 GOTT, zu dir rufe ich am frühen Morgen

Hilf mir beten !

Und meine Gedanken sammeln; Ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht

ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht

ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe

ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden

in mir ist Bitterkeit aber bei dir ist die Geduld

ich verstehe  deine Wege nicht,

aber du weißt den rechten Weg für mich.

 

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Dietrich Bonhoeffer

Ich bin allein.

Da ist keiner,

dem ich mein Herz ausschütten kann.

So tue ich es vor mir selbst

und vor dem Gott zu dem ich schreie.

Es ist gut, sein Herz auszuschütten

in der Einsamkeit und den Kummer

nicht in sich hineinzufressen.

 

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