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Zeigt einem jeden Menschen, wie andere ihn sehen, - körperlich und äußerlich. Gibt es auch einen Spiegel, in dem man sein Inneres sehen kann? Gibt es eine Möglichkeit zu entdecken, wie Gott uns sieht? Für einen jeden Menschen, der Gott über alles liebt, wird diese Frage unerhört wichtig. Einem Menschen, den man liebt, möchte man auch gefallen; und wenn man GOTT liebt, dann möchte man IHM gefallen. Dann fragt man sich täglich: Welches Bild hat ER denn von mir? Wie sehe ich in SEINEN Augen aus?

Es gibt einen solchen Spiegel.

 

Wer in diesen Spiegel blickt, der sieht sich selbst,  - und zwar nicht äußerlich, sondern innerlich. Der Spiegel zeigt den Charakter, die Seele oder das wahre, innere Wesen; ungeschminkt und unverzerrt.  Aber wer hat den Mut, in diesen Spiegel zu blicken?

Eigentlich blickt jeder von uns Tag für Tag in diesen Spiegel. Aber fast jeder hält diesen Spiegel für ein Fenster. Warum das? Weil der Spiegel so viel verschiedene Gesichter zeigt. Mal sieht man ein fröhliches Gesicht darin, mal ein ärgerliches, dann wieder ein ängstliches, gleich danach ein dankbares, und 5 Minuten später ein zu Stein erstarrtes, erbittertes oder gräßlch schimpfendes. Und weil man von sich selbst glaubt und spürt, dass eigentlich immer derselbe ist , hält man alle diese Gesichter für >die Anderen>, und der Spiegel für ein Fenster, durch das man seine Mitmenschen sieht.

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Ist das so?

Jedermann weiß, dass eine Kraft nur dort wirken kann, wo eine Gegenkraft vorhanden ist. Der Volksmund sagt: "Wie man in den Wald hinein schreit, so hallt es zurück" oder, "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein"; oder "Wer Wind sät, wird Sturm ernten". Dem allen liegt ein Naturgesetz zugrunde, eine göttliche Ordnung, die über unserem Leben waltet. Man könnte das es etwas so formulieren:

"Alles, was Dir im Leben begegnet,

das bist Du selbst."

 

Mein Spiegel ist demnach meine Welt, alles, was ich um mich her wahrnehme, was in meiner Umwelt wirkt und lebt und in einer Beziehung zu mir steht; auch die Menschen, die ich kenne. Sie zeigen mir immer das Gesicht, - genau das Gesicht -, solange bis ich mich geändert habe. Der geizige Nachbar zeigt mir  m e i n e n  Geiz, der streitsüchtige  zeigt mir meine  S r e i t s u c h t , der unzufriedene Ehepartner  zeigt mir  m e i n e  Unzufriedenheit, und der Ober im Cafe, der keine Zeit für mich hat, zeigt mir  m e i n e   eigene Zeitnot.                    

 

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Wie kann das sein?  Sie sind doch alle etwas ganz anderes als ich , etwas Eigenes, Individuelles, Unverwechselbares!  Das schon, aber sie zeigen mir von allen ihren  und verschiedenen Seiten, die ein Mensch nun einmal hat, genau diejenige, die dem entspricht, was ich ihnen zeige.Und wenn ich sie alle zusammennehme - die Seiten, die man mir zeigt - dann sehe ich mein Spiegelbild. Jeder meiner Mitmenschen zeigt mir  eine andere Seite meines eigenen Charakters, oder meiner eigenen Seele. Je näher mir dieser Mensch steht und je mehr Umgang ich mit ihm habe, desto mehr Platz nimmt das, was ich an ihm sehe, auch in meinem eigenen Inneren ein. Je flüchtiger ich einen Menschen kenne, desto flüchtiger  und schwächer sind die Merkmale, die er mir zeigt, auch in meinem Inneren ausgeprägt.

Verstehen wir nun, warum Jesus von Nazareth seinen Zeitgenossen  - ebenso wie uns - in der Bergpredigt sagte: "Verurteilt nicht andere, damit nicht Gott euch verurteilt. Denn euer Urteil wird auf euch zurückfallen, und ihr werdet mit demselben Maß gemessen werden, das ihr bei anderen anlegt". ( Übersetzung aus >Die gute Nachricht< ) Es ist wirklich so!

 

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Was ich an den Anderen, an meinen Mitmenschen entdecke, das ist mein Spiegelbild !

Meine Aura ( die Ausstrahlung meiner Seele ) weckt, wenn sie Hass ausstrahlt, in allen Mitmenschen den latent vorhandenen Hass, - wenn sie Liebe ausstrahlt, weckt sie die Liebe in  ihnen. Es wird auf den Boden dieser Erde so gut wie keinen Menschen geben, der mit allem, was um ihn her vorgeht, restlos zufrieden  wäre und nichts zu kritisieren hätte. Der eine ist mit dem Wetter nicht einverstanden, der Andere mit der Politik, der Dritte mit dem Chef , der vierte mit der Schwiegermutter, mit dem Eehepartner oder mit den Kindern. Irgendetwas gibt es immer zu bemängeln.

Warum?

Keiner ist vollkommen, deshalb  m u s s  jeder an sich selbst arbeiten um reifer und vollkommener zu werden. Und da nur wenige Menschen selbstkritisch genug sind, kritisieren sie meist >die anderen<  - ihr Spiegelbild!

Aber ich frage mich: Woher will man denn wissen, was in einem anderen Menschen wirklich vorgeht? Kenne ich seine geheimsten , innersten Gedanken? Kenne ich alle die Gaben und Aufgaben, die Gott in ihn gelegt hat?  Was ich über ihn denke, das sind doch nur  m e i n e  Gedanken, und nicht die Seinigen! Meine Gedanken aber sind ein Stück  v o n  m i r und nicht ein Stück von ihm! Sie kommen aus  m e i n e m  Inneren, - nicht aus dem Seinen. Ich projiziere sie in ihn hinein.

 

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Wenn ich also Kritik übe, dann übe ich doch nicht Kritik an der Wirklichkeit ( die kennt nämlich kein Mensch, sondern nur Gott), sondern dann übe ich Kritik  an jenem Bild, das ich in meinem Innern als Abbild der Wirklichkeit trage. Und was ist dieses Abbild der Wirklichkeit in meinem Inneren?

 Das bin ich selbst ! Das ist meine Seele !

Gott ist Geist, ist alles in Allem - sagt die Bibel -; und der Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen. Was besagt das? Die ganze wahre und absolute Wirklichkeit, das  i  s t  Gott, und das vollkommene Abbild oder Ebenbild dieser einen absoluten Wirklichkeit  > GOTT <, das ist der Mensch, und zwar die menschliche Seele.

Jeder einzelne von uns ist ein anderes, unvollkommenes Abbild dieser >absoluten Wirklichkeit <, die Gott  IST! Deshalb wird eine jeder solange unzufrieden sein, kritisieren und unter seiner Umwelt zu leiden haben, bis er selbst vollkommen geworden ist. Je mehr sich der Mensch dem göttlichen Ziel nähert, desto ähnlicher wird sein >Abbild der Wirklichkeit< der wahren Wirklichkeit nämlich Gott.

An GOTT ist nichts zu kritisieren; ER IST vollkommen . ER versteht alles und Alle, und ER liebt alles und Alle. Und IHM sollen wir immer ähnlicher, am Ende sogar gleich werden ! Dann verstehen auch wir alles und lieben alles, und aller Ärger hört für auf; für immer !

 

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Was ist da also zu tun? Wie kommt man dahin?

Wir müssen die Kritik, die wir glauben, unserer Umwelt gegenüber haben müssen, an uns selbst zu üben ! Alles was mir an anderen Menschen nicht gefällt,  muss ich bei mir selbst bekämpfen, und zwar so lange, bis es absolut nichts mehr gibt, was mir an anderen Menschen nicht gefallen könnte. Wenn wir also so handeln würden, dann wäre binnen kurzem die ganze Welt in Ordnung gebracht; denn jeder kann sich selbst ändern, - aber keiner kann einen anderen ändern.

Wenn ich mich aber selbst ändere, sind plötzlich auch >die anderen < anders - zu mir ! Es stimmt zwar: Der Kampf gegen das eigene ICH, die Änderung der eigenen inneren Zustände und Strukturen , der eigenen Seele, ist sehr, sehr schwer. Und doch: Mit Gottes Hilfe schafft man auch das. WIE?

Indem man Gott einfach darum bittet. Die ernsthafte und ehrliche Bitte um Hilfe bei der Überwindung der eigenen inneren Unvollkommenheit , der eigenen Fehler oder Sünden lässt Gott  n i e  unerhört,  g a r  n i e  ! Mein Rezept für die Arbeit an der eigenen Seele und ihrer Vollkommenheit ist deshalb dies:

 

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Ich bitte Gott von ganzem Herzen, dass er mir alles das vergibt

und mich von allen den Schwächen und Fehlern befreit, die ich an anderen entdecke.

Denn ich weiß, dass dies genau  m e i n e  Schwächen und Fehler sind.

Ich danke Gott vom ganzen Herzen für alles,

was ich Gutes und Schönes an meinem Mitmenschen entdecke.

Denn auch das ist mein Spiegelbild !

 

Und so hoffe ich , dass ich an meinen Mitmenschen Tag für Tag mehr Gutes entdecken kann. Und damit diese Hoffnung Wirklichkeit wird, versuche ich, ihnen mehr Gutes und mehr Liebe zu schenken.

Wer übernimmt dieses Rezept? Ich habe gute Erfahrung damit gemacht !

 

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Da trat Petrus zu Jesus und sprach:

"HERR , wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben?

Sieben mal?" Jesus antwortete ihm:

"Ich sage dir, nicht sieben mal, sondern siebzig mal sieben mal !"

Matthäus 18, 21,35

 

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Dietrich Bonhoeffer

Gott,

Du hast es mit mir angefangen . Du hast mir nachgestellt,

hast mich nicht loslassen wollen, bist mir immer wieder hier und dort

plötzlich in den Weg getreten, hast mich verlockt und betört,

hast mir mein Herz gefügt und willig gemacht,

hast zu mir geredet von deiner Sehnsucht und ewigen Liebe,

von deiner Treue und Stärke; als ich Kraft suchte, stärktest  du mich ,

als ich Halt suchte, hieltest du mich, als ich Vergebung suchte,

vergabst du mir meine Schuld .

Ich hatte nicht gewollt, aber du überwandest meinen Willen,

meinen Widerstand, mein Herz.  HERR, du hast mich überredet

und ich habe mich überreden lassen.

Du bist mir zu stark geworden und hast gewonnen !

 

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Dietrich Bonhoeffer

HERR GOTT,

erwecke in meiner Seele  das große Verlangen nach dir.

Du kennst mich und ich kenne dich. Hilf mir dich suchen und finden.

HERR JESUS,

wenn ich angefochten bin, weil ich Gott und seine Macht

und Liebe nicht mehr sehen kann in dieser Welt,

so lass mich fest auf dich blicken,

denn du bist mein HERR und GOTT !

 

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