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Projektionen  sind Gedanken, die man sich über andere Menschen macht, solange man sie nicht völlig in der Tiefe ihres Wesens erkennt. Wer einen Menschen wahrhaft erkennt, macht sich keine Gedanken mehr über ihn, sondern ist ergriffen und tief beglückt: "O mein Gott, welch ein Wunderwerk, welch ein Reichtum, welch ein Bild Deiner göttlichen Schöpferweisheit. Deiner Allmacht und Deiner Barmherzigkeit!" Wer einen Menschen wahrhaft erkennt, versinkt in Anbetung  - nicht in Anbetung dieses Menschen, sondern in Anbetung Gottes, des Schöpfers - und bleibt staunend, tief erschüttert, in heiliger Distanz zu diesem aus Millionen Wundern bestehenden Geschöpf und werdenden Ebenbild Gottes.

 

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Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt;

sieht sich von zwei Seiten,

und damit kommt er in die Mitte.

C.G. Jung

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Diese Distanz ist ein Zeichen scheuer Ehrfurcht: > Ich könnte dieses heilige Wesen stören, dieses über alles Verstehende hinausreichende Wunderwerk Gottes verletzen <. ER, der Schöpfer, gerät ins Blickfeld. Hinter dem sichtbaren Menschen, dem Geschöpf, entdeckt man den Schöpfer und wendet sich unwillkürlich IHM zu, mit allen Gedanken und Empfindungen: > Oh mein Gott, welch ein Wunderwerk ! <

 

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So denkt und empfindet derjenige, der einen Menschen in seiner Tiefe und in Wahrheit erkennt. Sein Verhalten ist die zwangsläufige Folge dieser Erkenntnis; tiefe Demut, warmherzige Liebe und selbstverständliche Hingabe, - aber doch scheue Distanz vor dem Heiligen, dem tiefsten und letzten Inneren im Wesen des anderen. Gott selbst kommt dem nahe, der so lebt, - in einem jeden Mitmenschen.

Wo aber etwas vom Wesen Gottes spürbar wird, dort hören alle Fragen, alle Nöte und alle Probleme auf; man ist tief ergriffen und fühlt sich so sehr geborgen, dass kein Wunsch und kein Bedürfnis mehr offen bleiben. Auch die Gedanken, die man sich zuvor über dies oder jenes , vorzugsweise über andere Menschen macht sind verstummt. In der Nähe Gottes hören alle Projektionen auf !

Anders ist es dort, wo ein Mensch weder Gott noch seine Mitmenschen erkennt: In unbewusste Ängste verstrickt, fühl er sich überall bedroht, - und kann gar nicht anders, als sich über einen jeden, auf den er trifft Gedanken zu machen. Aus Gedanken werden bald gesprochene Worte. Und schon ist man damit beschäftigt, in allen anderen tausend Fehlern, Schwächen und Besonderheiten zu sehen - und zu bemängeln. Man beurteilt andere. Ob man nun mit dem Betroffenen persönlich spricht oder nur mit dritten  - über ihn - man erzeugt Projektionen.

 

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Was in der Seele des anderen wirklich vorgeht, muss verborgen bleiben, - zumindest vor demjenigen, der nicht mit göttlichen Motiven, Worten und Gedanken dorthin vorzudringen versucht, wo jeder Mensch verletzlich ist: In den Tiefen der Seele. Gottes Liebe und Gerechtigkeit sorgen dafür, dass alles Gute im Menschen ungestört wachsen kann, und alles Böse zu dem zurückkehrt, von dem es ausgegangen ist. Die Mitmenschen sind unser Spiegel.

In einen jeden, der uns begegnet, projizieren wir eine Nuance unseres eigenen Wesens hinein. Wer Gott liebt und von Seiner Liebe, von Seinem Wesen durchdrungen ist, der erkennt in  j e d e  m  Mitmenschen das Heilige; das Ebenbild Gottes. Wer aber von eigenen, egoistischen Interessen durchdrungen ist, sieht in jedem Mitmenschen einen Feind, vor dem man sich schützen oder verbergen muss. Achtlos oder gar mürrisch geht er an Gottes größten Wunder, - vorbei, oder tritt gar mit Füßen nach ihnen.

Nun aber sind Gedanken nicht nur ein leerer Hauch, sondern Kräfte. Sie gestalten die innere Welt eines jeden Menschen; und aus der inneren wird die äußere Welt, - kurz über lang. Das äußere Schicksal eines jeden Menschen ist Folge und Abbild seiner Gedanken !

 

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"Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte,  achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen,

achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter,

achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal !"

Talmund

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Alle Projektionen haben die Eigenart, sich zu verwirklichen. "Wer den Teufel an die Wand malt, zu dem kommt er" - lautet ein altes volkstümliches Sprichwort. Die Gedanke, die ich über einen anderen Menschen denke, sind Kräfte, die auf seine Seele einwirken. Seiner Eigenart, seinem Charakter entsprechend wird er mir antworten; zunächst ebenfalls mit Gedanken . Aus Gedanken pflegen aber Worte und Taten zu werden; oft grausame Taten .

Das Ganze ist ein Netzwerk, in das alle Menschen irgendwie verstrickt sind, - im Glück wie im Unglück. Solange der Mensch über andere nachdenkt , Solange er seine Gedanken und Vorstellungen in andere Menschen hineinprojiziert ,bleibt er in diesem Netz gefangen und wird von jenen Kräften beeinflußt , die er selbst ausgesandt hat. 

Erst wer in und hinter allen Menschen jenes ewige Walten Gottes sieht, die Ur-Liebe des Schöpfers, und wer begreift, dass ohne Seinen Willen kein Haar vom Kopf eines Menschen fällt, erst der lebt wahrhaft frei und atmet auf.   E r   i s t   s e l i g !

 

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Was bedeutet das in der Praxis?

Ich sollte aufhören, mir Gedanken über andere zu machen . Ob sie nun so oder so sind, ob gut oder böse: Die Menschen, die mir begegnen, sind immer und ganz genau so, wie es meiner Reife - Entwicklung dient. Gott, unser aller Vater im Himmel, ist auch heute wie seit Ewigkeiten schon allmächtig und voll Liebe, und lässt gar nicht zu, dass etwas geschieht, was mir schaden könnte, - es sei denn rein vordergründig , scheinbar, in der von Täuschungen geprägten, äußeren und materiellen Welt.

Hier muss ich ernten, was ich gesät habe . Wenn mir diese Ernte grausam erscheint, hart, ungerecht oder unerwünscht, habe ich zu lernen, wie man seinen Mitmenschen anders begegnet: Nicht grausam hart und ungerecht, sondern (als Ebenbild Gottes) freundlich, sanft und gerecht. Das ist die Lektion, die ich lernen muss, - auch wenn es schwer fällt. Der ewig -  liebevolle Vater im Himmel erzieht mich; wenn es sein muss, auch mit Strenge und Konsequenz ; und das ist gut so.

Wer das begriffen und im eigenen Leben wahrgenommen hat, liefert sich IHM mehr und mehr aus. Er verliert die Angst und hat es nicht mehr nötig, sich Gedanken über seine Mitmenschen zu machen.

Er wendet  a l l e  seine Sinne und Gedanken IHM zu, dem Vater im Himmel, - und zugleich liebevollen Geber aller guten Gaben.

 

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Er nimmt dankbar und froh alles entgegen , was andere Menschen ihm entgegen bringen . Sie sind ihm allesamt Boten Gottes. Er denkt auch nicht mehr so viel über sich nach: > Ich bin gut, oder ich bin böse < , ich bin ein Gerechter, oder > ich stehe noch ganz am Anfang < ; es wird belanglos. Woher will man denn das wissen? ER, der Vater, Er weiß es und das genügt. Ich muss mich nicht selbst erziehen, sondern ER erzieht mich. Ich bin SEIN Kind, - das genügt.

Ich diene und helfe allen. So wie Gott seine Sonne scheinen lässt über Gerechte und Ungerechte, so wende ich mich mit warmen und frohem Herzen einem jeden zu, ohne Ausnahme. Ich vergelte Böses mit Gutem, ohne mir darauf etwas einzubilden.

Ein solches Verhalten wird sicher oft mißverstanden. Manche werde es als > blinden Fanatismus <, manche als > weltfremde Torheit < empfinden und beurteilen. Nun, das sind die Menschen, die sich noch den Kopf zerbrechen und über sich und ihre Mitmenschen nachdenken. Mögen sie tun oder lassen was ihnen wichtig erscheint.

 

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Zuerst ignorieren sie Dich, dann machen sie Dich lächerlich,

dann bekämpfen sie Dich, dann gewinnst Du !

Mahatma Gandhi

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In der Theorie lässt sich so etwas noch begreifen. Bis man es aber im Alltag in die Praxis umgesetzt hat, wird man einige Mühe aufwenden und mit festem Willen hart an sich selbst arbeiten müssen. Wenn das geschehen und gelungen ist, ist auch das ganze Leben verwandelt und erneuert.

 

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Anstelle der Bilder und Gedanken, die man sich früher von anderen oder über andere Menschen gemacht hat, - selbst gemacht - schenkt nun Gott Einblicke in die Seelen der Mitmenschen. Man denkt nicht mehr,  m a n   s i e h t , mit neuen inneren Augen , - und das Gesehen übersteigt alles, was man sich hätte denken können. An die Stelle der Projektionen, der Urteile und Verurteilungen, der Anklagen, der zersetzenden Kritik oder der bis zur Verzweiflung wachsenden Verständnislosigkeit tritt eine unversiegbare, innere Freude und Gewissheit. Das Gemüt bleibt unbeschwert, ruhig und rein. Und wer aufhört in Gedanken, Worten und Taten auf andere Menschen Druck auszuüben, der wird auch frei vom Gegendruck. > Man kann ihn einfach nicht mehr packen <, meinen die anderen, > es ist zum Verzweifeln. <

Das gibt Konflikte mit der Umwelt, sehr sonderbare Konflikte sogar. Wo ein Licht leuchtet, muss die Finsternis weichen, aber sie weicht nicht kampflos. Ein Mensch, der mit dem Irrsinn der Projektionen Schluß gemacht hat, ist unangreifbar geworden, - und wird noch pausenlos angegriffen. Alle stoßen sich an ihm. Wer aber in seine Nähe gerät, wird verwandelt: Wer ehrlichen Herzen Gott sucht und das Gute will, fühlt sich emporgehoben und beglückt; wer seinen Egoismus pflegt reibt sich an ihm auf und verzweifelt, - oder flieht . Alle seine Projektionen fallen auf ihn selbst zurück.

So belohnt oder bestraft sich ein jeder selbst. Gott aber, der in Jesus von Nazareth selbst Mensch geworden ist, wollte und will uns alle in Seine vollkommene Freiheit und Seligkeit führen; in eine Welt ohne Projektionen. In eine Welt der Liebe.  O b   w i r   I h m   f o l g e n ?

 

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CARL  JUSTAV  JUNG

Durch das wissenschaftliche Verständnis ist unserer Welt entmenschlicht worden.

Der Mensch steht isoliert im Kosmos da.

Er ist nicht mehr in die Natur verwoben und hat seine emotionale Anteilnahme

an Naturereignissen eingebüßt, die bis dahin eine wichtige symbolische Bedeutung für ihn hatten.

 

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Der Dalai Lama wurde gefragt, was ihn am meisten überrascht;

er sagte: " Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen.

Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wieder zu erlangen.

Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt;

das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben,

und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt!

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