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Der Lebensweg eines Menschen, der aktiv und bewusst Christ sein möchte, kann nicht darin gipfeln , dass alle Welt ihm zujubelt  oder zu Füßen liegt.

Auch nicht darin, dass er aus Steinen Brot machen oder, von einer Wolke des Glücksgefühl getragen , über den Köpfen seiner Mitmenschen  schweben kann. Solche Vorstellungen hat schon vor 2000 Jahren Jesus Christus selbst von sich gewiesen. Wir sollten sie nicht wieder hervorkramen und mit ihnen liebäugeln. Auch dann nicht, wenn indische, amerikanische oder mit Ufos von den Sternen kommenden Lehrmeister und Gurus uns das beibringen wollen.

Der Weg der Nachfolge Jesu nimmt einen anderen Verlauf.

Mit den Augen dieser Welt gemessen führt er ins Elend und von einer Not in eine andere, - niemals aber in eine friedliche Idylle oder gar im Triumpfzug von einem Schauplatz dieser Welt zum nächsten, von Feierstunde zu Feierstunde, von Missionsfest zu Missionsfest . Wer die im Sinn hat, irrt, und hat vom Sinn unseres Daseins noch wenig begriffene.

Der Weg der Nachfolge Jesu ist ein Leidensweg.

Muss das immer so sein? Wer Sinn und Ziel unseres Erdendaseins kennt,  findet leicht auch die Antwort auf diese Frage.

 

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Wer nie sein Brot mit Tränen aß,

Wer nie die kummervollen Nächte,

Auf seinem Bette weinend saß,

Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt ins Leben uns hinein,

Ihr lasst den Armen schuldig werden,

Dann überlasst ihr ihn der Pein,

 

Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

 Was soll ich viel lieben, was soll ich viel hassen,?

Man lebt nur vom Lebenlassen !

Johann Wolfgang von Goethe

 

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Zunächst muss man wissen: Wir sind als Menschen nicht körperliche, sondern nur verkörperte Wesen.

Unser wahres Sein ist nicht an den irdischen Körper gebunden, sondern im Geist, umschlossen von einer Seele. Beide zusammen - Seele und Geist - tragen den Körper, etwa so, wie der Körper ein Kleidungsstück trägt. Eines Tages hat man es abgetragen und legt auch den Körper wie einen alten Mantel beiseite. Wir brauchen den Körper nur, um in ihm und durch ihn jenes Wesen und Welten des Geistes begegne zu können, mit denen uns bisher nichts oder viel zu wenig verbindet.

In den Welten der Seele ist man von ihnen getrennt; dort herrscht eine strenge göttlich-weise Ordnung: Lichtvolle Seelen leben nur mit lichtvollen Seelen zusammen, finstere Seelen dagegen mit finsteren;  Wohltäter leben unter Wohltäter, Mörder leben unter Mördern, Eigenbrötler unter Eigenbrötler.Im Vaterhaus Gottes gibt es viele Wohnungen. Aber, - um in diesem Bilde zu bleiben - es gibt keine Verbindungstür , die unmittelbar von der Wohnung eines Mörders in die Wohnung eines Wohltäters führt. Das ist wohl auch gut so, für beide.

Alle Türen führen vielmehr auf einen gemeinsamen großen Korridor, eine Art Wohndiele und zentralen Treffpunkt. Nur hier kann man zusammentreffen. Hier begegnen sich Wohltäter und Übeltäter, lichte und finstere Seelen; und alle tragen denselben Mantel, dieselbe einheitliche Kleidung. Dieser Treffpunkt trägt den Namen >Erde<  und die uniforme Kleidung, die wir alle tragen, heißt >Körper<  Er kleidet lichtvolle und finstere Seelen gleichermaßen.

 

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Wie lange ich lebe, hat mit meinem wahren Wesen nichts zu tun. 

Wie lange ich aber leben werde, um im höheren Sinne zu leben, das hängst von mir ab.

Dummköpfe, die ihr seid, Überflüssigem nachzujagen, am Leben vorbeizugehen,

Während ihr die Mittel zum Leben aufzutreiben sucht.

Manche haben zu leben schon aufgehört, ehe sie anfingen.

Seneca

 

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Und wozu trifft man sich hier?

Es gibt eine einende, alle Wesen verbindende Kraft im Kosmos, ein SEIN, in dem keine Trennung mehr besteht und das alles umfasst. Wir nennen dieses Sein > Liebe <, Liebe ist nur ein anderer Name für Gott, denn das Wesen Gottes ist Liebe. Alles ist IN IHM, -  nichts außerhalb seines Seins.

Wir Menschen aber sind nach seinem Ebenbild geschaffen. Wir sind Seine Kinder und sollen so vollkommen werden, wie ER es ist. ALLE !  Er hat noch keinen Menschen abgewiesen, sondern liebt  a l l e , ohne ausnahmen, Er liebt auch jene, die ihn schmähen, beleidigen oder mißachten. Auch als ER, Gott selbst, solchen > Mantel<  trug und in der hier uniformen körperlichen Gestalt als Mensch Jesus von Nazareth unter uns lebte, hat er dies bewiesen. Selbst wer ihn verraten, verfolgt und schließlich mit Schmach und Schande ums Leben gebracht hat, war von seiner Liebe nicht ausgenommen. Gott liebt auch jene, die sich zu seinen Feinden machen. Das war so, ist so und wird immer so bleiben.

 

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Zuerst ignorieren sie dich,

dann machen sie dich lächerlich,

dann bekämpfen sie dich,

zum Schluß gewinnst Du !

Mahatma Gandhi

 

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Wenn Gott an dir Zerbrechen übt. bist du in Seiner Gnade.

Simone Weil

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Und das sollen wir IHM nachmachen.  Dazu sind wir hier !

Und das ist nur hier auf dieser Erde möglich. Im ganzen Kosmos gibt es keinen anderen Ort, an dem es möglich wäre, Wesen kennen und lieben lernen, mit denen uns innerlich nichts verbindet als allein die Liebe Gottes, die sich uns so gleichermaßen zuwendet wie hier auf diese Erde das Sonnenlicht.

Ein Wesen zu lieben, das einem selbst gleicht, ist kein Kunststück. Mit ihm macht man leicht und gern gemeinsame Sache; das ist überall so. Was Gott von uns erwartet, ( Jesus hat es in der Bergpredigt ausgesprochen, ( siehe Matthäus 5 38,48) ist aber dies: Wir sollen  u n s e r e  F e i n d e  lieben! Mit allen Konsequenzen, im Alltag dieses irdischen Lebens, sollen wir das Schwerste tun, was wir von uns selbst verlangen können.

Muss das wirklich sein? Genügt es nicht, dass Jesus das alles gekonnt hat? Müssen wir das auch können - und tun?

 

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 Rainer Maria Rilke

Wer nicht die Fürchterlichkeit des Lebens irgendwann mit einem endgültigen Entschlusse, zustimmt,

ja ihr zujubelt, der nimmt die unsäglichen Vollmächte unseres Daseins nie in Besitz,

der geht am Rande hin, der wird, wenn einmal die Entscheidung fällt, weder ein Lebendiger noch ein Toter

gewesen sein. Die Identität von Furchtbarkeit und Seligkeit zu erweisen, dieser zwei Gesichter

an demselben göttlichen Haupte,  ja dieses einen  e i n z i g e n  Gesichts, das sich nur so oder so darstellt,

je nach der Entfernung aus der, oder der Verfassung, in der wir es wahrnehmen ... :

aus Briefen zweiter Band

 

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In seinen Abschiedsreden (siehe Johannes 14 ) sagte Jesus, dass die Liebe zu ihm und zum Vater , - zu Gott, der in ihm Mensch geworden war -, genau darin besteht, dass wir  s e i n e  Gebote halten .

Es würde uns leichter fallen, zu glauben, dass  e r  sie gehalten hat; aber nein: Wir selbst sollen sie ebenso halten! Und da wir das aus eigener Kraft nicht können, verheißt er  > den Tröster <, den Geist, in dem er selbst in uns wirken kann. Nur: Wollen müssen wir selbst, und zwar mit aller Kraft und der größten denkbaren Anstrengung unseres Willens. Die Vollbringung mag dann eine Geschenk seines Geistes sein, der in uns wirken möchte; aber das Wollen bleibt unsere Sache.

Oder könnte jemand an Jesus glauben, aber zugleich seine Gebote ignorieren? Jeder einigermaßen vernünftige Mensch empfindet solche Lehre als Unsinn oder gar als Irreführung.

Wir können dieses Gebot also nicht abschütteln: > Liebet eure Feinde, segnet jene, die euch fluchen ; tut denen wohl, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen , damit ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel erweist <.

 

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Nur das Leid, die Einsamkeit und die Angst nehmen dem Menschen endgültig

die Scheuklappen von den Augen, zerschneiden die falschen Sicherheiten 

und gutmütiger Rücksichtnahme und stellen ihn vor den Abgrund des Nichts,

das aller Schöpfung zugrunde liegt und aus dem nur Gott den Menschen retten kann.

 

Man darf sich nichts vormachen:

Es gibt Augenblicke in unserem Leben, die endgültig sind,

und wer bestimmte Entscheidungen immer wieder aufschiebt,

für den kann es eines Tages unerbittlich heißen: zu spät !

Eugen Drewermann

 

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Es muss nun nicht jeder gleich damit anfangen, den verlorenen Sohn Luzifer selbst mit aller Kraft zu lieben. Solange man das beim eigenen Ehepartner, beim Chef oder Nachbarn, bei der griesgrämigen Tante oder einen launischen Mitmenschen nur mühsam und keineswegs immer schafft, sollte man sich ein wenig bescheiden, und erst an den kleinen Aufgaben oder Lasten üben, ehe man große zu übernehmen versucht.

Aber es bleibt dabei: Wir müssen es lernen, Tag für Tag und Schritt für Schritt: Liebet eure Feinde ! Erst die Kleinen, Unbedeutenden , dann - mit der Zeit -  immer größere und bedeutendere Feinde, - so lange, bis wir IHM , diesem Jesus von Nazareth gleichen.

Dazu muss man natürlich mit Menschen zusammentreffen, die einem Feinde sein oder werden möchten; mit Menschen, die hassen, kränken, beleidigen oder gar verfolgen, verletzen und töten. Nur die Übung macht den Meister, und gerade die Liebe will  g e ü b t  sein!

Hier hilft keine Theorie, sondern nur die Praxis des Alltags, das Leben hier auf dieser Erde, wo uns auf Schritt und Tritt Haß, Gewalt und Verbrechen begegnen. Dort, wo man  geschmäht, mißverstanden und verleumdet wird, beleidigt und verletzt, dort übt man Liebe; lebenslänglich!

 

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Hermann Hesse

Das Gebot der Liebe, einerlei ob es von Jesus oder von Goethe gelehrt wurde,

dies Gebot wurde von der Welt völlig mißverstanden. Es war überhaupt kein Gebot.

Es gibt überhaupt keine Gebote. Gebote sind irrtümlich aufgefasste Wahrheiten.

Der Grund aller Weisheit ist: Glück kommt nur durch Liebe.

Sage ich nun: > Liebe deinen Nächsten < so ist das schon eine verfälschte Lehre.

Es wäre viel richtiger zu sagen: >Liebe dich selbst, so wie deinen Nächsten < !

Und es war vielleicht der Urfehler , dass man immer beim Nächsten anfangen wollte.

 

Gerade die guten Künstler und Dichter sind zwar feurige Liebhaber, aber selten gute Gatten.

Denn der Künstler lebt in erster Linie für sein Werk.

Er hat nicht mehr Liebe zu geben als ein anderer , sondern eher weniger,

da die Arbeit an seinem Werk soviel davon erfordert.

 

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Wir können nicht ausweichen !

Der oder das Böse ist auf dieser Erde einfach bestimmend und überall gegenwärtig. In dem Augenblick, indem ein Mensch beginnt, das Licht der Liebe Jesu in seinem Inneren leuchten zu lassen, gerät er in Konflikte, und setzt sich den Schmähungen, Beleidigungen und Verletzungen jener aus, die lieber im Dunkel bleiben.

Unausweichlich. Nur das können wir: Jesus verleugnen und wieder verlassen. Aber können wir das wirklich? Müssten wir nicht jeden einzelnen Schritt, den wir uns  von ihm entfernen, eines Tages mühsam wieder zurückgehen ?  Es gibt keinen anderen Weg, als den, den ER gegangen ist. Was zunächst vielleicht so aussieht, sind nur Sackgassen, und wer davonläuft, läuft vor dem Sinn seines Lebens davon.

Aber dies soll uns Trost und Hoffnung geben in aller Not und Plage dieses Lebens:

Selbst wenn wir genau wissen, dass unser Leben ein Weg ist, der von kleinen Problemen zu immer größeren führt, von kleinen Verletzungen in größere und von kleinen Leiden in große: Während wir so  - mit den Augen der Welt gesehen - immer mehr verlieren, gehen wir - mit den inneren, göttlichen Augen der Liebe gesehen - von einem Sieg zum anderen. Und der Begleiter und Führer, der an unserer Seite geht, geht mit durchbohrten Füßen und Händen, segnet uns.

Wir gehen diesen Weg nicht allein !

Das >JA <, das wir zum Leiden und schließlich zum Tod sagen, verwandelt Leiden und Tod in Erfahrungen der Gegenwart Gottes. Wo Liebe ist, da ist ER SELBST, - denn ER ist die Liebe, und die Liebe behält den Sieg. IMMER !  (Auch wenn man das nicht gleich sieht.)

 

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