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E B E R H A R D  K O H L E R

Boten Gottes

Boten Gottes werden, da sie nun einmal unter  >normalen < Menschen auf dem Boden dieser Erde leben, oft genug gründlich mißverstanden. Das liegt in der Natur der Sache. Deshalb ist es notwendig , einige Grundzüge ihrer Mission und ihres Lebens zu beschreiben.

Als Jesus von Nazareth über diese Erde ging, und in ihm der allmächtige Gott, der liebevolle Vater und Schöpfer, aller Wesen und Welten selbst, da warteten die Juden auf einen Messias, der die politische Unabhängigkeit und Vormachtstellung ihres Volkes wieder herstellen sollte. So jedenfalls legten sie die alten Prophetenworte aus.

Warum:

Weil sie nicht begreifen konnten, dass Gottes Reich nicht eine Sache dieser Welt ist. Ihr ganzes Sinnen und trachten galt diesem irdischen, dem materiellen Leben. Über ein Leben der Seele, das längst vor der Geburt begonnen hat, und den Tod des Körpers überdauert, darüber wusste man nichts Sicheres.  Der Zugang zum Paradies, zu jenem inneren Reich der Seele, war nun einmal versperrt, und man gab sich garnicht mehr die Mühe, nach ihm zu schauen.

 

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Gleich von der Geburt an begleitet einen jeden ein Schutzgeist,

der unbemerkt sein Leben leitet

Meander

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War es da ein Wunder, wenn dieser Jesus von vielen seiner Zeitgenossen gründlich mißverstanden wurde, und wenn schließlich sogar einer der Jünger, Judas, auf die Idee kam, den nach seiner Meinung längst überfälligen, vernichtenden Schlag des wundermächtigen Gottessohn gegen seine Feinde, die politische und religiöse Obrigkeit im Lande, durch geheime Herbeiführung einer bedrohlichen Situation ein wenig provozieren zu müssen?

Wie es aber damals war, so ist es auch heute noch.

An das materielle, körperlich irdische Leben denkt ein jeder von früh bis spät, das Leben der Seele aber ist ein nur mühsam hinter Nebelschleiern zu ahnendes, sehr unsicheres Ding. Wenn dann vom <Reich Gottes< die Rede ist, von einer Seligkeit oder vom Dienst der <Boten Gottes<, dann denkt man natürlich zuerst einmal ganz handfeste, irdische fassbare Dinge, -  und irrt sich gewaltig.

<Boten Gottes,< betreten den Boden dieser Erde  n i c h t, um hier das traditionelle religiöse Leben wieder etwas anzuwärmen, auch nicht um in oder neben den Kirchen, oder religiösen Organisationen  ein eigenes, großes  religiöses Werk zu gründen und auf diese Weise ein Millionenheer von Anhängern ins < irdische < Glück zu führen. Wo das angestrebt und verkündet wird, ist äußerste Vorsicht geboten.

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Heiliger Engel, Schützer meiner Seele und meines Leibes,

verlass mich Sünder nicht !

Weiche nicht von mir, wegen meiner Sünden !

Umfasse meine schwache Hand

und führe mich den Weg des Heiles.

aus Ägypten

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Wahre Boten Gottes werden einen völlig anderen Weg geführt.

Sie kennen und bejahen ihn, weichen ihrem Schicksal nicht aus, obwohl sie es immerhin versuchen könnten. Es ist der Weg, der Nachfolge Jesu, - und dieser Weg endet am Kreuz !

Heute kreuzigt man die Verbrecher nicht mehr. Die äußeren Formen des Lebens haben sich in den vergangenen 2000 Jahren gewandelt. Das Prinzip, das diesen äußeren Formen und Vorgängen zugrundeliegt , ist aber dasselbe geblieben. Nur wenn man das Prinzip versteht, das dem Leben und der Arbeit aller Boten Gottes zugrunde liegt, findet man Zugang zu ihnen, zu ihrem Leben und zu ihren Worten, und stößt sich nicht an den meist recht anstößigen Begleitumständen  ihres Lebens.

Man muss also wissen:

Der Kampf jener Menschen, die als Boten Gottes auf diese Erde treten, ist nicht ein äußerer Kampf gegen allerlei Hemmnisse  des äußeren religiösen Lebens (zumindes nicht primär !) sondern ist vorallem  ein innerer Kampf gegen tausenderlei, falsche eigennützige Motive  und Denkweisen gegen Verführungen, Versuchungen und religiöse Verirrungen. Ihr Ringen ist eine Sache des Alltags, und sie ringen nicht mit <Fleisch und Blut<, mit irgendwelchen Menschen, sondern mit < inneren Mächten und Gewalten, ... den bösen Geistern unter dem Himmel  <  so beschreibt es schon Apostel Paulus im Brief an die Epheser , 6,12.

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Das Übel gibt sich mitunter den Anschein

eines sittlichen Wertes.

Seneca

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Sünden und böse Geister scheuen das Licht !

Schiller

 

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Und um mit solchen Mächten ringen zu können, müssen wir erst einmal mit ihnen in Berührung kommen.

Sie müssen also in Situationen geraten, die ein redlicher und im landläufigen Sinne frommer Mensch meidet wie die Pest. Sie begeben sich nicht mutwillig in jene Gefahren  und reißen sich nicht um die Konflikte und Kämpfe. Sie werden einfach hineingeführt in solche Situationen, in denen heiße innere Kämpfe durchzufechten sind, und es ist immer der eigene, gute Wille, der sie hineinführt. Man kann keinen anderen Menschen für eine solche Situation und Bedrängnis verantwortlich machen.

Ein Bote Gottes geht immer einen einsamen Weg, und kaum einer seiner Mitmenschen wird ihn verstehen können.

Um es an einem - willkürlich gewählten - Beispiel zu zeigen: Da geht ein solcher >Bote Gottes< in die Gosse und hilft einigen > leichten Mädchen<. Natürlich wird dabei seine eigene moralische Standfestigkeit auf eine seiner inneren Kraft entsprechend harte Probe gestellt.

Wenn er diese Probe mit Gottes Hilfe durchsteht, ist es aber nicht genug. Gleich darauf beginnt seine auf guten Ruf bedachte, wahrscheinlich fromme Umgebung seinen Verkehr mit diesem < minderwertigen Gesindel < zu beanstanden, und wenn er ihn nicht sofort abbricht, unterstellt man ihm genau das, was er mit großer inneren Anstrengung und Gottes Hilfe vermieden hat ( < ... na ja, man weiß ja, was dort getrieben wird, und wie schwer man wieder loskommt ... >)

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Wenn irgendeine Leidenschaft drängt: Rache, Ehrgeiz, Sinnlichkeit.

Die sittliche Einsicht aber sagt: es ist nicht recht, ihr nachzugeben,

dann soll ich auf die Erfüllung dieser Leidenschaft verzichten,

auch wenn noch so starke Triebe die Erfüllung fordern.

Romano Guardini

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     Kohler 2020 11 01 43 ohne text 005

 

Man distanziert sich von ihm. Er hat menschlich keinen Rückhalt mehr. Wenn er nun bei denen ein gutes Wort sucht, denen er zuvor geholfen hat, und dabei ehrlich bleibt, findet er auch dort nur Kritik.

Weil er nämlich auch in der sozialen Oberschicht  jede nur denkbare Hilfe leistet, blitzt er ab mit den Worten < ...wozu denn, solange er für  d i e  noch Kraft genug hat !? Die sollte man doch krepieren lassen, diese Blutsauger.< Und in der sozialen Oberschicht, distanziert man sich von ihm, weil er einfach zu radikal ist und mit seinen verrückten Ideen nur Unruhe stiftet und gefährlich wird, ( er redet, als wäre er mit Gott-Vater persönlich bekannt und stellt jede vernünftige Ordnung auf den Kopf <).

So sitzt ein solcher Mensch, der nichts anderes will als völlig selbstlos seine Liebe zu allen Mitmenschen verströmen und der Botschaft Jesu Christi entsprechend zu leben, früher oder später zwischen allen Stühlen und geht einen sehr einsamen Weg.

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Was die Dinge <vor Gott< sind, ist etwas sehr anderes , als was sie < vor den Menschen sind < oder vor sich selbst.

Darin, dass alles Geschehen vor Gott geschieht, vollzieht sich das beständige Gericht Gottes

über alles, was ist und geschieht. Alles ist von Ihm gesehen, in Ganzen und im Einzelnen,

im Äußeren und im Inneren, in der Ursache und in der Wirkung, im Beginn und im Fortgang !

Romano Guardini

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 Kohler 2020 11 01 10 P1100348 002

 

Er kämpft nicht gegen die Hartherzigkeit und Engstirnigkeit der Anderen, sondern immer nur gegen Regungen  und Gedanken in der eigenen Brust.>Warum machst Du es Dir denn so schwer ? Du könntest vernünftige Kompromisse schließen und dabei viel mehr erreichen. Hilf diesen Mädchen solange es dir keine Nachteile bringt. 

D a s  sind die Kämpfe, die ein Bote Gottes zu kämpfen hat. Diese Geister in der eigenen Brust ringt er nieder , mit immer größerem Einsatz. Und immer, wenn ein Konflikt gerade bewältigt ist, steht der nächste, größere schon vor der Tür.

Er muss entweder seinen inneren Drang und Auftrag untreu werden, die landläufige Kompromisse schließen und  so lauwarm - gläubig sein wie Jedermann, oder er muss ein immer härter werdendes Martyrium in Kauf nehmen. 

Wenn er <echt<, das heißt wahrhaft ein Bote Gottes und Nachfolger Jesu ist, wird er das Letztere vorziehen.

Was geschieht dann?

Wenn seine Leidenszeit vorüber und sein letzter innerer Sieg errungen ist, hat er Macht über alle Geister, die er überwunden hat. Er kann sie, - wenn er will - vom Erdboden verbannen.

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Die Schwierigkeiten wachsen,

je näher wir dem Ziele sind !

J.W. von Goethe

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Je besser wir objektiver werden,

umso stärker haben wir den Eindruck

es wird immer schlechter !

Pater Zapf

 

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Er kann jene Menschen, die ihn einst gequält und geschmäht haben, aus den Klauen solcher Geister befreien.

Seinen eigenen Sieg über die Lieblosigkeit und die Gleichgültigkeit, über alles Böse, kann er jeden beliebigen, anderen Menschen zugute kommen lassen, - wenn er will. Denn die geistige Welt liefert die Ursachen für alles, was in der materiellen Welt vorgeht.

Der Bote Gottes, der gelernt hat, sich selbst zu beherrschen, ist zum Beherrscher des Kosmos geworden. Ihm gehorchen Sturm und Wellen, und selbst die Berge zittern vor seinen Willen. Doch er will nur das, was anderen in ihrer geistig - seelischen Entwicklung weiterhilft, was sie dem Ziel näher bringt, das er selbst erreicht hat. Er hilft ihnen zu diesem inneren Sieg über sich selbst.

Und erst, wenn ihn  a l l e  errungen haben, die ihn erringen wollen und erringen können, erst dann kommt jener Tag der Abrechnung, an dem alles Böse und alles Leid vom Boden dieser Erde verbannt ist.

Der Mohr namens Luzifer hat dann seinen Dienst getan, der Mohr kann gehen.

Die Boten Gottes aber haben noch viele in die Nachfolge Jesu gerufen und haben ihnen gesagt und gezeigt, was das heißt,  Ü b e r w i n d er  im Sinne der biblischen Johannes-Offenbarung  zu sein. (siehe Kapitel 2 Verse 7,11 und 26, Kapitel 3, 6,12, und 21 Kapitel 21 Vers 7)

ES  IST  ÜBERWÄLTIGEND !

Und dazu sollte auch dieses Buch dienen.

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 Zeitenwende 2020 10 27 P1130007 003

 

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